Wenn Kinder aus ihrer Familie genommen werden: Wie wird man zu Pflegeeltern?

Freiberg - Pflegeeltern haben es nicht einfach: Sie nehmen Kinder auf, die oft traumatisiert sind, manchmal müssen sie auch Konflikte mit den leiblichen Eltern aushalten. Trotzdem gibt es zahlreiche Menschen, die diese Aufgabe gern übernehmen würden. Doch wie kann man ein Pflegekind aufnehmen?

Pflegekinder kommen oft aus schwierigen Verhältnissen, auch damit müssen Pflegeeltern klar kommen. (Symbolbild)
Pflegekinder kommen oft aus schwierigen Verhältnissen, auch damit müssen Pflegeeltern klar kommen. (Symbolbild)  © 123rf/serezniy

Pflegekinder sind Kinder, die aus unterschiedlichsten Gründen vorübergehend oder auf Dauer nicht bei ihren leiblichen Eltern leben können. Ein Kind in Pflege zu nehmen ist daher nicht dasselbe wie eine Adoption. Wenn die leiblichen Eltern wieder in der Lage sind, sich um ihr Kind zu kümmern, kann es zu ihnen zurückkehren.

"Eine räumliche Trennung von den Eltern bedeutet für ein Kind immer einen Einschnitt in seinem noch jungen Leben. Deshalb ist es von besonderer Bedeutung, dass die möglichen Pflegeeltern gut ausgewählt, aber auch unterstützt und fachlich begleitet werden", heißt es aus der Abteilung Jugend und Familie des Landratsamtes Mittelsachsen.

Es gibt verschiedene Formen der Pflege:

  • Vollzeitpflege (langfristige Aufnahme eines Kindes)
  • zeitlich befristete Vollzeitpflege (Aufnahme für einen begrenzten Zeitraum)
  • Kurzzeitpflege (Aufnahme während einer vorübergehenden Notsituation oder wegen eines Kur- oder Krankenhausaufenthaltes Alleinerziehender)
  • Bereitschaftspflege (Aufnahme in Krisensituationen, nach Inobhutnahme durch das Jugendamt)

Welche Voraussetzungen muss man mitbringen?

  • Verständnis für ein Kind, das mit zwei Familien lebt

  • Akzeptanz, Toleranz und Offenheit

  • Einfühlungsvermögen

  • Lust auf "Chaos" 

  • Geduld, Zeit und Kraft

Informationsabende klären Fragen

Wer Pflegekinder bei sich aufnimmt, bekommt auch eine finanzielle Entschädigung. Diese ist je nach Kommune unterschiedlich. Der Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. empfiehlt, je nach Alter des Kindes, zwischen 714 und 875 Euro im Monat.

In Mittelsachsen können sich Interessierte an drei Informationsabenden zu dem Thema informieren, bei denen die Voraussetzungen, die Bewerbungsverfahren und zahlreiche Fragen geklärt werden. In Freiberg ist das am 3. November, in Döbeln am 10. November und in Mittweida am 24. November. Die Termine finden jeweils um 17 Uhr in den Landratsämtern statt.

Unabhängig von den Infoabenden können sich Interessierte jederzeit an den Pflegekinderdienst wenden, Telefon 03731/7996210 oder 03731/7996265.

Titelfoto: 123rf/serezniy

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