Dramatische Zahlen! So schlimm steht es um Freibergs Wälder

Freiberg - Mit dem Titel Waldhauptstadt durfte sich Freiberg 2013 schmücken. Verliehen wurde er von der Waldschutz-Organisation PEFC, weil die Bergstadt ihre Waldflächen nachhaltig bewirtschaftet. Doch 60 Prozent der rund 934 Hektar Wald, die Freiberg besitzt, sind Fichtenwälder. Das stürzt die Waldhauptstadt mehr und mehr in die Krise.

Freibergs Wälder leiden! Im großen Stil muss aufgeforstet werden.
Freibergs Wälder leiden! Im großen Stil muss aufgeforstet werden.  © Maik Börner

Stürme, Dürre und der Borkenkäfer haben zahlreiche Kahlflächen in Freibergs Wälder gefressen. 

Wurden 2018 noch 8500 Festmeter Schadholz geerntet, waren es ein Jahr später schon 25.000 Festmeter. 

Trauriger Höhepunkt in diesem Jahr: etwa 32.500 Festmeter Schadholz mussten aus den Wäldern geholt werden. 

"Normalerweise werden 4000 bis 5000 Erntefestmeter entnommen", erklärt Silke Grombach (45), Leiterin des Hochbau- und Liegenschaftsamtes.

Zwar werde nun mehr Holz verkauft, aber zu viel schlechteren Preisen. "Der Verfall des Holzpreises macht uns große Sorgen. Wir haben mehr als die Hälfte Einbußen", sagt Grombach. 

Inzwischen steht ein Minus von 150.000 Euro zu Buche, das mit einem Zuschuss aus der Stadtkasse kompensiert werden muss.

Borkenkäfer haben sich durch die Wälder gefressen.
Borkenkäfer haben sich durch die Wälder gefressen.  © Uwe Meinhold
Dieses Jahr mussten Unmengen an Schadholz aus den Wäldern geholt werden.
Dieses Jahr mussten Unmengen an Schadholz aus den Wäldern geholt werden.  © Uwe Meinhold
Die Silberstadt Freiberg war einst Waldhauptstadt.
Die Silberstadt Freiberg war einst Waldhauptstadt.  © Ralph Kunz

Doch nicht nur das Loch in der Haushaltskasse will gestopft werden. So werden die Kahlflächen rigoros aufgeforstet. Am 4. November (9 bis 12 Uhr) ruft die Stadt gemeinsam mit dem PEFC zudem zu einer großen Pflanzaktion auf. In einem 3000 Quadratmeter großen Waldstück an der Kleinschirmaer Straße sollen mehr als 2000 Bäume gepflanzt werden, darunter Weißtanne, Kiefer, Bergahorn und Stieleiche.

Titelfoto: Maik Börner, Uwe Meinhold

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