Freiberger Reiche Zeche wird saniert: Hier verschwindet der Eingang in die Unterwelt

Freiberg - Ein Bergbau-Wahrzeichen verschwindet - aber nur vorübergehend. Seit Montag wird das knapp 70 Jahre alte Fördergerüst der Reichen Zeche in Freiberg demontiert.

Mithilfe von zwei Kränen begann am Montag die Demontage des Fördergerüstes der Reichen Zeche. Windböen machten den Transport der 3,50 Meter im Durchmesser großen Seilscheiben kompliziert.
Mithilfe von zwei Kränen begann am Montag die Demontage des Fördergerüstes der Reichen Zeche. Windböen machten den Transport der 3,50 Meter im Durchmesser großen Seilscheiben kompliziert.  © Detlev Müller

Bis Ende Oktober soll der Stahlkoloss, der den Eingang in die Freiberger Unterwelt symbolisiert, ertüchtigt und wieder aufgebaut werden. Bis dahin müssen die Wissenschaftler der TU Bergakademie 1,5 Kilometer unter Tage marschieren, um zu ihren Forschungslaboren zu gelangen.

"Das Fördergerüst entspricht nicht mehr den heutigen statischen Anforderungen", sagt Frank Reuter (33), Leiter des Forschungs- und Lehrbergwerkes. "Einige Teile werden verschrottet und ersetzt. Andere, wie die 3,50 Meter großen Seilscheiben, Kranausleger und Schrägstützen, werden sandgestrahlt, mit neuer Farbe versehen und wieder aufgebaut."

Die Forscher der Bergakademie nutzen bis Herbst ersatzweise den Schacht Alte Elisabeth, um in das rund vier Quadratkilometer große Stollensystem unter der Bergstadt zu gelangen. Für Gäste des Besucherbergwerkes sind bis in den Spätherbst keine Führungen unter Tage möglich.

Die prägnanten Seilscheiben werden sorgsam ausgebaut und später sandgestrahlt und neu gestrichen.
Die prägnanten Seilscheiben werden sorgsam ausgebaut und später sandgestrahlt und neu gestrichen.  © Detlev Müller

Im Anschluss an die 2,6 Millionen Euro teure Sanierung des Fördergerüstes wird die Fördermaschine der Reichen Zeche generalüberholt. Auch der Schacht selbst soll perspektivisch instand gesetzt werden.

Titelfoto: Detlev Müller

Mehr zum Thema Chemnitz: