Friedenstag 2021: So gedachte Chemnitz der Bombardierung

Chemnitz - Gegen das Vergessen: Chemnitz erinnerte am heutigen Friedenstag an die Bombardierung der Stadt am 5. März 1945. Ein zentrales Gedenken war aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich. Doch mehrere kleine Ausstellungen und Festakte sowie eine Vielzahl digitaler Angebote setzten trotzdem ein Zeichen gegen Krieg und Ausgrenzung.

Der Friedenstag startete mit der Kranzniederlegung mit OB Sven Schulze (49, SPD) auf dem städtischen Friedhof.
Der Friedenstag startete mit der Kranzniederlegung mit OB Sven Schulze (49, SPD) auf dem städtischen Friedhof.  © Sven Gleisberg

Auf dem Neumarkt luden drei Freiluft-Ausstellungen die Passanten zum Nachdenken ein. Eine beschäftigte sich mit lokalen Schauplätzen der NS-Zeit - beispielsweise dem Kaßberg-Gefängnis, in dem die Nazis ihre Gegner unter unmenschlichen Bedingungen einsperrten.

"Das Interesse der Chemnitzer an diesen historischen Fakten ist sehr intensiv", stellte Organisatorin Sabine Kühnrich (50) von der AG Friedenstag fest.

"Trotz der Kälte bleiben sie stehen, um die langen Texte zu lesen." Neben weiteren Ausstellungen zu den Chemnitzer Partnerstädten und dem Schriftsteller Stefan Heym gab es eine Galerie mit Friedenswünschen der Besucher.

Die Jakobi-Kirche feiert am Abend den traditionellen Gottesdienst. Zum Abschluss des Tages erklingt zudem vom Carillon im Rathausturm das Friedenslied "Dona Nobis Pacem".

Carillon-Spieler Franzpeter Uhlig (33): "In unserer Zeit ist es wichtig, daran zu erinnern, dass die meisten Menschen einfach friedlich ihrem Alltag nachgehen wollen."

Die Ausstellungen auf dem Neumarkt zogen viele Passanten an.
Die Ausstellungen auf dem Neumarkt zogen viele Passanten an.  © Sven Gleisberg
Organisatorin Sabine Kühnrich (50) freute sich über die Friedensbotschaften der Chemnitzer.
Organisatorin Sabine Kühnrich (50) freute sich über die Friedensbotschaften der Chemnitzer.  © Sven Gleisberg

Zeitzeugen erinnern sich an schreckliche Bombennacht

Die Stadt ergänzte die eingeschränkten Feierlichkeiten vor Ort durch digitale Angebote. Sie präsentierte unter anderem den neuen Zeitzeugen-Film "Der ewige März". Darin erzählen vier Chemnitzer*innen von ihren Erinnerungen an die Bombennächte.

Barbara Wähner (82) beispielsweise erlebte den 5. März 1945 auf dem Kaßberg bei ihrer Großmutter: "Die Erwachsenen sagten, es wird wahrscheinlich heute was passieren", erinnert sie sich. "Wir sind alle mit dem Rucksack in den Bombenkeller - ich hatte meinen Teddy hinten drin."

Die Videos sind zusammen mit früheren Zeitzeugen-Filmen unter chemnitz.de/zeitzeugen zu sehen.

Titelfoto: Sven Gleisberg

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