Für den Notfall: Mehr Warnsirenen für Chemnitz

Chemnitz - Was für ein Jahr! Kämmerer Ralph Burghart (50, CDU) und Feuerwehrchef René Kraus (48) stellten am Donnerstag die Arbeit der Berufsfeuerwehr im Corona-Jahr 2020 vor. Es war in Chemnitz die Zeit mit den meisten Bränden seit 2011 - und der schwierigsten Evakuierungsaktion aller Zeiten in Markersdorf.

Ralph Burghart (50, CDU) und René Kraus (48, r.) stellten das Jahrbuch 2020 der Chemnitzer Feuerwehr vor.
Ralph Burghart (50, CDU) und René Kraus (48, r.) stellten das Jahrbuch 2020 der Chemnitzer Feuerwehr vor.  © Kristin Schmidt

15.000 Menschen mussten am 5. November ihre Wohnungen und Betriebe verlassen. Auch drei Pflegeheime wurden geräumt. Das alles in der Hochphase von Corona.

1500 Einsatzkräfte waren beteiligt, die Feuerwehr musste vier provisorische Pflegeheime einrichten und betreiben - darunter in der Messe und im Ex-Pionierlager Einsiedel.

"Eine riesige logistische Leistung", lobt René Kraus alle Beteiligten. Deshalb wertet der Katastrophenschutz des Bundes die Evakuierung von Markersdorf aus, um daraus ein bundesweit gültiges Konzept zu erstellen.

Chemnitz: Messerattacke in Chemnitz: Opfer wollte zuvor helfen
Chemnitz Crime Messerattacke in Chemnitz: Opfer wollte zuvor helfen

Deutschland lernt von Chemnitz. Und umgekehrt. Nach der Hochwasserkatastrophe an der Ahr bauen Stadt und Feuerwehr nun das Alarmierungssystem aus.

"Derzeit verfügt Chemnitz über 18 Sirenen. Wir wollen die ganze Stadt mit modernen Sirenen und Durchsage-Lautsprechern ausstatten. Zudem gibt es die 380 Haltestellen-Displays der CVAG für Notfallwarnungen", erklärt Kraus.

Nach dem Bombenfund im Ortsteil Markersdorf evakuierte die Feuerwehr 15.000 Anwohner. Die Aktion wird Vorbild für den deutschen Katastrophenschutz.
Nach dem Bombenfund im Ortsteil Markersdorf evakuierte die Feuerwehr 15.000 Anwohner. Die Aktion wird Vorbild für den deutschen Katastrophenschutz.  © Ralph Kunz
Trockenheit bedrohte im April 2020 das Leben der Frösche im Schönherrpark. Die Feuerwehr half mit Wasser.
Trockenheit bedrohte im April 2020 das Leben der Frösche im Schönherrpark. Die Feuerwehr half mit Wasser.  © Ralph Kunz
Die Carport-Brandstiftungen (hier in Röhrsdorf) hielten die Feuerwehr 2020 in Atem.
Die Carport-Brandstiftungen (hier in Röhrsdorf) hielten die Feuerwehr 2020 in Atem.  © Haertelpress
In Chemnitz soll es künftig mehr Warnsirenen geben (Symbolbild).
In Chemnitz soll es künftig mehr Warnsirenen geben (Symbolbild).  © Sven Gleisberg

Chemnitzer Feuerwehr rettete 170 Menschen vor dem Tod

Im Vorjahr rückte die Feuerwehr 17.403-mal aus. Es gab 1095 Brände, 1557 Hilfeleistungen, 859 Fehlalarme, 10.240 Rettungsdiensteinsätze. Bei Feuer und Hilfeleistungen barg die Feuerwehr 170 Menschen, "die sonst vermutlich gestorben wären", sagt René Kraus.

Auch Tiere rettete die Feuerwehr, darunter einen Falken in Penig und die Frösche im Schönherrteich, die bei Trockenheit zu sterben drohten.

Den kompletten Feuerwehr-Jahresbericht gibt es unter: chemnitz112.de.

Titelfoto: Sven Gleisberg

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