Gabriele Frehse äußert sich nach Missbrauchsvorwürfen: "Habe nie Grenzen überschritten"

Chemnitz - Insgesamt 14 ehemalige Turnerinnen erheben schwere Missbrauchsvorwürfe gegen Turntrainerin Gabriele Frehse (60) (TAG24 berichtete). Die Chemnitzerin soll ihre Schützlinge gedemütigt, beleidigt und eingeschüchtert haben. Zudem wird ihr vorgeworfen, den Turnerinnen Medikamente verabreicht zu haben. Nun brach Frehse ihr Schweigen, äußerte sich erstmals ausführlich zu den Vorwürfen.

Gabriele Frehse (60, l.) und Turn-Weltmeisterin Pauline Schäfer (23). Die 23-Jährige erhebt schwere Vorwürfe gegen ihre ehemalige Trainerin (Archivbild).
Gabriele Frehse (60, l.) und Turn-Weltmeisterin Pauline Schäfer (23). Die 23-Jährige erhebt schwere Vorwürfe gegen ihre ehemalige Trainerin (Archivbild).  © Kristin Schmidt

"In dieser Weise, wie das die Turnerinnen beschreiben, habe ich diese Grenzen niemals überschritten", so die Turntrainerin in einem Interview mit dem MDR: "Wenn ein Mädchen weint, dann breche ich das Training ab", versichert die 60-Jährige.

Auch gegen den Vorwurf, Medikamente verabreicht zu haben, wehrte sich Frehse: "Wenn eine Turnerin Schmerzen hatte, habe ich sie zum Arzt oder zum Physiotherapeuten geschickt." Niemals habe sie ohne Abspreche mit einem Arzt oder den Eltern, den Mädchen Schmerzmittel verabreicht.

Es sei eher andersherum gewesen, so Frehse. Ihr habe eine Kampfrichterin erzählt, dass die Mädchen teilweise von sich aus Schmerzmittel genommen hätten, ohne dass ein Trainer oder ein Arzt davon wusste.

"Sie wollten trainieren, darum haben sie das Mittel genommen. Ich hätte sie zum Arzt geschickt."

Frehse "Bin eine eher vorsichtige Trainerin"

Gabriele Frehse (60) weist die Vorwürfe zurück. Sie sei eine eher vorsichtige Trainerin (Archivbild).
Gabriele Frehse (60) weist die Vorwürfe zurück. Sie sei eine eher vorsichtige Trainerin (Archivbild).  © Catalin Soare/dpa

Frehse selbst bezeichnet sich als eine eher "vorsichtige Trainerin". So gebe es in ihrer Turnhalle einige Elemente, die sie nicht trainiert. Zum Beispiel der Doppelsalto rückwärts mit Abgang am Balken.

"Da habe ich in jungen Jahren und auch später viele Stürze und schwere Verletzungen gesehen", berichtet Frehse dem MDR. Aus diesem Grund sei sie ohnehin eher Vorsichtig beim Training gewesen.

Dem gegenüber stehen nun insgesamt 14 Turnerinnen, die von massivem Druck, Beleidigungen, Angst und Demütigungen berichten. Ob die Anschuldigungen stimmen, das soll nun eine unabhängige Kommission des Deutschen Turner-Bundes herausfinden.

Mittlerweile wurde Gabriele Frehse vorläufig suspendiert. Sie selbst werde aber anwaltlich gegen die "haltlosen" Vorwürfe vorgehen, kündigte die Chemnitzerin an.

Titelfoto: Catalin Soare/dpa

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