Gefahr für Fußgänger und Verkehr: Chemnitzer Dürre-Bäume brauchen dringend Hilfe

Chemnitz - Gefahr von oben! Bei den Grünen läuten die Alarmglocken. Das Sterben der Chemnitzer Stadtbäume ist nicht nur aus ökologischer Sicht ein Problem: "Gerade große, alte Bäume mit viel Totholz stellen auch eine Gefahr für Autos und Passanten dar", warnt Karola Köpferl (30, Grüne).

Dieser Baum in der Zwickauer Straße/Ecke Goethestraße ist nicht mehr zu retten (Archivfoto).
Dieser Baum in der Zwickauer Straße/Ecke Goethestraße ist nicht mehr zu retten (Archivfoto).  © Uwe Meinhold

Blechschäden am Auto seien ärgerlich, für Fußgänger und Radfahrer könne es aber mitunter lebensbedrohlich werden, so die Chemnitzer Grünen-Kandidatin für den Bundestag.

"Man sieht ja, wie viel schon bei einem bisschen Unwetter auf der Straße liegt."

Doch wie steht es um die circa 35.000 Stadtbäume in Chemnitz? Dem Rathaus zufolge werden 1000 der Zustandsstufe 4 zugeordnet: "Das bedeutet, dass der Sterbeprozess bereits begonnen hat", so eine Stadtsprecherin.

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Erschwerend zur Klimaentwicklung komme hinzu, dass der Straßenbaum mit extremen Standortfaktoren zu kämpfen hat.

"Salzeintrag, Anfahrschäden sowie ein stark verkleinerter Wurzelraum sind nur einige Faktoren, die die Vitalität der Bäume negativ beeinflussen."

Nicht viel breiter als ein Arm, ausgetrocknet und das Zuhause einer Ameisenkolonie: Hält dieser Baum auf dem Sonnenberg noch einem Sturm Stand? Karola Köpferl (30, Grüne) sorgt sich um den Baum.
Nicht viel breiter als ein Arm, ausgetrocknet und das Zuhause einer Ameisenkolonie: Hält dieser Baum auf dem Sonnenberg noch einem Sturm Stand? Karola Köpferl (30, Grüne) sorgt sich um den Baum.  © Ralph Kunz

Chemnitzer Grünen-Kandidatin wirbt für Baumpatenschaften

Hege und Pflege: 1000 sterbenden Bäumen stehen 26 Baumpaten entgegen. Eine davon ist Karola Köpferl.
Hege und Pflege: 1000 sterbenden Bäumen stehen 26 Baumpaten entgegen. Eine davon ist Karola Köpferl.  © Uwe Meinhold

Laut Stadt würden die Standorte in Zusammenarbeit mit dem Tiefbauamt sukzessive aufgewertet. Das heißt: Baumscheiben (Standorte von Straßenbäumen) werden vergrößert und saniert.

Ein Beispiel ist hier die Elisenstraße. Derzeit gebe es 1000 freie Stellen, wo Stadtbäume stehen sollten.

In diesem Zusammenhang wirbt Grünen-Politikerin Köpferl bei den Chemnitzern dafür, dem Problem gemeinsam zu begegnen: "Es gibt die Möglichkeit, einen Baum zu spenden - als Geschenk oder einfach so. Oder man übernimmt eine Baumpatenschaft – für das Gießen, Aufpassen und Müll von der Baumscheibe entfernen."

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In beiden Fällen können Chemnitzer sich beim Grünflächenamt melden. Derzeit gibt es nur 26 Paten.

Weitere Infos unter: www.chemnitz.de

Titelfoto: Ralph Kunz

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