Gerichtsprozess: Arbeitsvermittlerin zockte Chemnitzer ab

Chemnitz - Der Umsatzdruck setzte bei Sandra R. (43) kriminelle Energien frei. Als private Arbeitsvermittlerin erstellte die Chemnitzerin fiktive Jobanzeigen und wollte mit vermeintlichen Vermittlungen Provisionen vom Arbeitsamt kassieren. Doch der Schwindel flog auf.

Arbeitsvermittlerin Sandra R. (43) auf dem Weg in den Sitzungssaal.
Arbeitsvermittlerin Sandra R. (43) auf dem Weg in den Sitzungssaal.  © Kristin Schmidt

Wenn Sandra R. einen Jobsuchenden erfolgreich vermittelt hatte, flossen 1 000 Euro in zwei Raten auf ihr Konto. 

So war es auch bei Marie B. (24), die eine Stelle bei einem Edeka-Markt in Kamenz ergatterte. 

Allerdings kündigte sie nach nur zehn Wochen. Damit R. die vollen 1 000 Euro kassieren konnte, verklickerte sie der zuständigen Arbeitsagentur in Bautzen, dass die junge Frau nach wie vor beim Edeka-Markt beschäftigt sei. 

Sandra R. bestritt die Vorwürfe, sagte aber auch: "Ich muss im Monat 10 000 Euro umsetzen, also zehn Bewerber vermitteln."

Hinters Licht geführt wurde Silke W. Sie bewarb sich auf eine Stelle als Verkäuferin, die nie existierte. 

Als die erfundene Absage ins Haus flatterte, suchte die Vermittlerin nach neuen Stellen, ohne Erfolg. Später forderte R. von ihrer Bewerberin 350 Euro Aufwandsentschädigung. Parallel ermittelte die Abteilung für Ordnungswidrigkeiten der Arbeitsagentur und erstattete Strafanzeige.

Der Richter wertete die beiden Fälle als versuchten Betrug. "Ich gehe davon aus, dass vorsätzlich gehandelt wurde. Viele kleine Indizien zeichnen ein gewisses Bild." Urteil: 2 400 Euro Geldstrafe.

Titelfoto: Kristin Schmidt

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