Grundeinkommen-Studie startet! Chemnitzer Professor kritisiert: zu wenig Teilnehmer!

Chemnitz - 1200 Euro pro Monat: So viel bekommen insgesamt 120 Teilnehmer im Rahmen einer Studie zum Bedingungslosen Grundeinkommen (BGE). Ab Januar 2021 fließt das Geld für drei Jahre. Forscherinnen und Forscher beobachten die Studie, so auch Prof. Dr. Markus Hertwig von der TU Chemnitz. Er aber sieht die Grundeinkommen-Studie kritisch.

Prof. Dr. Markus Hertwig kritisiert die im Januar beginnende Grundeinkommen-Studie.
Prof. Dr. Markus Hertwig kritisiert die im Januar beginnende Grundeinkommen-Studie.  © privat (Markus Hertwig)/Jacob Müller

Wie wird sich das Leben der 120 Personen verändern, die nun - unabhängig von ihrem Job - 1200 Euro im Monat bekommen? Diese Frage stellt sich auch Hertwig. Der Soziologe hatte sich selbst für die Grundeinkommen-Studie beworben, unter die 120 Teilnehmer schaffte er es aber nicht.

Umso mehr beobachtet Hertwig nun das Experiment. Es sei die erste große Studie, die wissenschaftliche Erkenntnisse zur Auswirkung eines BGE geben könnte. Zudem sei es wichtig, dass das Thema auch in der Praxis umgesetzt werde.

Dennoch hagelte es Kritik!

"Ich hätte mir gewünscht, dass man das Ganze etwas größer aufzieht", sagte Hertwig im aktuellen Podcast der TU Chemnitz. Bei 120 Teilnehmern könne man nur schwer Aussagen über verschiedene Gesellschaftsschichten machen, so Hertwig. Natürlich sei eine höhere Teilnehmeranzahl aber auch eine finanzielle Frage, räumt der Soziologe ein.

Doch auch grundsätzlich sieht der Professor ein bedingungsloses Grundeinkommen in Deutschland kritisch. Viel mehr müsse es im Niedriglohnsektor gesetzliche Regulierungen und Modelle zur sozialen Absicherung geben. Zudem sei der Bevölkerung kaum zu vermitteln, aus welchem Grund Gutverdienende noch ein Extra-Einkommen erhalten.

Inwiefern sich Hertwigs Kritik bestätigt, wird sich in drei Jahren zeigen, wenn die Studie abgeschlossen ist. Bis dahin wird sich das Leben der 120 Personen mit Sicherheit verändern - ob nun positiv oder negativ, bleibt abzuwarten.

Titelfoto: privat (Markus Hertwig)/Jacob Müller

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