Nach Schneesturm: Fahrer müssen ihre LKWs freischaufeln

Chemnitz/Erzgebirge/Siebenlehn - Der Winter hat Sachsen weiter fest im Griff: In der Nacht zu Donnerstag hat es wieder jede Menge Neuschnee gegeben. Selbst auf der A4 ging zeitweise nichts mehr.

Ein Autofahrer rutschte bei Hohndorf von der B174.
Ein Autofahrer rutschte bei Hohndorf von der B174.  © Bernd März

Seit dem Mittwochabend zog eine Kaltfront über Sachsen hinweg und brachte bis zu zehn Zentimeter Neuschnee innerhalb kürzester Zeit. Bei diesen Mengen kam der Winterdienst kaum hinterher.

Teilweise brachte der Sturm sogar Wintergewitter mit. In Schlettau waren am Abend auf dem Kirchsteig mehrere Bäume umgestürzt, die Feuerwehr musste die Äste beseitigen (TAG24 berichtete). Der Sturm bereitete aber bereits am Nachmittag Probleme im Erzgebirge: Auf der B174 zwischen Hohndorf und Marienberg gab es Schneeverwehungen. Die Fahrbahn war stellenweise so glatt, dass ein Transporter fast 100 Meter von der Straße rutschte und auf einem Feld stecken blieb.

In Mittelsachsen musste die A4 teilweise gesperrt werden. Mehrere Lkw-Fahrer hatten die Kontrolle über ihre Fahrzeuge verloren und standen quer auf der Autobahn, wie auch die Polizei bestätigt. "Einige Lastwagen drehten sich und standen quer auf der Fahrbahn." Verletzte gab es glücklicherweise nicht. Betroffen war die Fahrtrichtung Dresden.

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An der Anschlussstelle Siebenlehn ging dann nichts mehr, der Verkehr brach komplett zusammen. Auch am Donnerstagmorgen warnt die Polizei noch vor Schneeglätte und Schneeverwehungen zwischen dem Kreuz Chemnitz und dem Dreieck Dresden West.

Autofahrer sollten am Donnerstagmorgen für den Weg zur Arbeit generell mehr Zeit einplanen und auch die CVAG in Chemnitz warnt, dass es aktuell wegen der Witterungsbedingungen zu Verspätungen kommen kann.

Hier wird aktuell vor Schneeglätte und Schneeverwehungen gewarnt

Sogar auf der A4 blieb der Schnee liegen. Die Autobahn musste am Mittwochabend teilweise gesperrt werden.
Sogar auf der A4 blieb der Schnee liegen. Die Autobahn musste am Mittwochabend teilweise gesperrt werden.  © Bernd März
  • In Höhe Grenzübergang Reitzenhain Schneeverwehungen auf der B174, sodass beide Fahrtrichtungen gesperrt sind. Auf tschechischer Seite gibt es keinen Winterdienst, der Grenzübergang ist geschlossen.
  • Die K8150 ist zwischen Großrückerswalde und dem Abzweig nach Mittelschmiedeberg wegen Schneeverwehungen in beide Fahrtrichtungen gesperrt.

  • Die K9035 ist zwischen Fürstenwalde und Liebenau wegen Schneeverwehungen bis auf Weiteres gesperrt.

  • Die S282A sowie die S293 sind zwischen B173 in Schönfels und Voigtsgrün in beide Fahrtrichtungen gesperrt und nicht mehr passierbar.

Der Winter bleibt Sachsen erst einmal erhalten: Laut Deutschem Wetterdienst gibt es am Donnerstag auch tagsüber noch Glätte durch Schnee, Schneematsch und überfrierende Nässe. Von Norden kommen immer wieder Schneeschauer.

Update, 15.48 Uhr: Laster fährt sich fest, Straße gesperrt

Im Landkreis Zwickau fuhr sich ein Laster fest. Die Langenbacher Straße zwischen Hartenstein und Langenbach musste während der Bergungsarbeiten gesperrt werden.

Der mit Schwefelsäure beladene Lkw fuhr sich fest.
Der mit Schwefelsäure beladene Lkw fuhr sich fest.  © André März

Update, 11.40 Uhr: Verkehrschaos hält an

In Reitzenhain müssen LKW-Fahrer ihre Fahrzeuge freischaufeln.
In Reitzenhain müssen LKW-Fahrer ihre Fahrzeuge freischaufeln.  © Bernd März

Am Donnerstagmittag ist die Lage auf den Straßen noch immer angespannt. Die intensiven Schneefälle und Schneeverwehungen haben den Verkehr teilweise zum Erliegen gebracht. Auf der B174 herrscht seit 1 Uhr Stillstand, die LKW stauen sich vom Grenzübergang Reitzenhain kilometerweit nach Sachsen hinein.

Auch die Anwohner in Reitzenhain kämpfen gegen die Schneemassen. "Gestern Abend ging es noch, heute früh sah es bescheiden aus. Es hat etwa 30 cm geschneit und alles verweht. Wir haben heute früh dementsprechend die Arbeit", so ein Anwohner. An einigen Stellen erreicht der Schnee sogar eine Höhe von bis zu 60 Zentimeter.

Nicht nur die Anwohner müssen den Schnee beräumen, auch die wartenden LKW-Fahrer greifen zur Schippe, um ihre Fahrzeuge zu befreien.

Titelfoto: Bernd März

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