Online-Vorlesungen für Mittweidas Studenten: Professoren brauchen noch Internet-Nachhilfe

Chemnitz/Mittweida - Uni-Leben in Corona-Zeiten: Die Hochschule Mittweida stellte im März auf Online-Vorlesungen am Computer um. Doch die Lehre via Internet läuft noch nicht reibungslos, denn noch nicht alle Dozenten und Studenten sind auf das Online-Leben vorbereitet.

Sprung in ein digitales Zeitalter: Die Hochschule Mittweida hält ihre Vorlesungen online ab. Prof. Andreas Schmalfuß (53) gewinnt mehr und mehr Gefallen an der Online-Lehre.
Sprung in ein digitales Zeitalter: Die Hochschule Mittweida hält ihre Vorlesungen online ab. Prof. Andreas Schmalfuß (53) gewinnt mehr und mehr Gefallen an der Online-Lehre.  © Maik Börner

Schnell auf die neue Situation eingestellt hat sich der Dekan des Wirtschaftsingenieurwesens, Andreas Schmalfuß (53) aus Chemnitz

"Mein Laptop steht meist im Wohnzimmer. Hinter mir habe ich ein grünes Tuch, um Bilder aus Mittweida einzuspielen." 

Etwas Heimatgefühl für die Studis. "Wir sehen und hören uns. Es gibt Chats, wir können Unterlagen schicken - von Tag zu Tag finde ich daran mehr Gefallen."

Das sieht seine Studentin Katja Groß (22), die in Mittweida Wirtschaftsingenieurwesen studiert, kritischer: "Mit Herrn Schmalfuß läuft es super. Aber leider sind noch nicht alle Professoren online geschult. Einige laden Videos ihrer Vorlesungen hoch, andere ballern uns mit E-Mails zu. Digitalisierung ist nicht nur positiv."

Begeistert über das Fernstudium ist Martin Kralapp (20): "Das Umstellungstempo der Hochschule war genial. Die Professoren geben sich alle Mühe - und ich habe mehr Zeit zum Lernen." Auch Andreas Schmalfuß nimmt seine Kollegen in Schutz: 

"Der Shutdown kam für alle überraschend. Die Hochschule arbeitet an einheitlichen Vorlesungen." Dazu müssten auch einige Studenten aufholen, das Internet sei nicht bei allen gleich schnell.

Viele Professoren und Studenten haben sich an die neuen Zeiten schnell gewöhnt.
Viele Professoren und Studenten haben sich an die neuen Zeiten schnell gewöhnt.  © Maik Börner
Die angehende Wirtschaftsingenieurin Katja Groß (22) diskutiert auch mit Kommilitonen über Videochats.
Die angehende Wirtschaftsingenieurin Katja Groß (22) diskutiert auch mit Kommilitonen über Videochats.  © Kristin Schmidt

Ob Professor oder Studenten, letztlich vermissen alle die Vorlesung im Hörsaal. "Natürlich kann ich mir zu Hause leichter mal einen Kaffee holen", sagt Andreas Schmalfuß. "Aber der persönliche Kontakt ist nicht ersetzbar."

Titelfoto: Kristin Schmidt

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