Homeoffice-Pflicht in Sachsen? Deswegen ist die IHK dagegen

Chemnitz - Aktuell wird über eine Homeoffice-Pflicht diskutiert, um die Corona-Zahlen in den Keller zu drücken und Infektionen am Arbeitsplatz zu verhindern. Doch eine generelle Pflicht zum Homeoffice sei falsch, sagt die Industrie- und Handelskammer (IHK) Chemnitz.

Homeoffice-Plicht? Die IHK Chemnitz ist dagegen (Symbolbild).
Homeoffice-Plicht? Die IHK Chemnitz ist dagegen (Symbolbild).  © Fabian Strauch/dpa

"Dort, wo Homeoffice möglich ist, sollte es natürlich vor dem Hintergrund der derzeitigen Situation unbedingt genutzt werden", so IHK-Präsident Dieter Portner.

Doch die Schaffung von Homeoffice-Arbeitsplätzen würde für kleinere Unternehmen eine zusätzliche finanzielle Belastung darstellen. "Dies sollte mit Blick auf viele krisengebeutelte Branchen und Betriebe zwingend vermieden werden".

Traurig! Die IHK befürchtet zudem, dass Homeoffice in Teilen Sachsens nicht möglich ist, weil die Internetverbindung zu schlecht ausgebaut ist. Ein Armutszeugnis in Sachen Digitalisierung!

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Zudem sei es für die Unternehmen eine enorme Herausforderung, eine digitale Infrastruktur aufzubauen, die alle notwendigen Geschäftsprozesse aufrechterhalten lässt.

Auch hinsichtlich des Datenschutzes wäre einiges zu klären.

"Gerade vor dem Hintergrund der betrieblichen Investitionen in Hygienemaßnahmen, die in der Praxis Wirkung zeigen, lehnen wir ein Zwangs-Homeoffice ab", so Portner. Unternehmen sollen mit ihren Mitarbeitern gemeinsam entscheiden, wo Homeoffice zur Anwendung kommen kann.

Update, 22.10 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder haben am Dienstag beschlossen, dass Arbeitgeber ihren Beschäftigten künftig das Arbeiten im Homeoffice überall dort ermöglichen müssen, wo es die Tätigkeiten zulassen. Das geht aus dem heute veröffentlichten Beschlusspapier hervor. Die Regelung soll bis zum 15 März gelten.


Mehr Infos zu den heute beschlossenen Corona-Maßnahmen findet Ihr in unserem Coronavirus-Liveticker.

Titelfoto: Fabian Strauch/dpa

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