Immer mehr Stadtwerke setzen auf Öko-Strom

Chemnitz - Wer beim Gemüse auf regionale Produkte setzt, will meist auch sauberen Strom aus der Nähe: Immer mehr Stadtwerke setzen deshalb auf Ökostrom-Angebote und werben bundesweiten Anbietern Kunden ab.

FCE-Geschäftsführer Michael Voigt (48) ist stolz auf das Solardach über dem Stadion.
FCE-Geschäftsführer Michael Voigt (48) ist stolz auf das Solardach über dem Stadion.  © Picture Point/S. Sonntag

Energieexperte Bernhard Herrmann (55, Grüne) warnt aber: "Nicht überall, wo Öko draufsteht, ist auch Öko drin."

Ein Vorreiter beim grünen Strom sind die Stadtwerke Aue-Bad Schlema.

Mit anderen Partnern pflasterte das Unternehmen das Dach des FCE-Stadions mit Solarmodulen voll (TAG24 berichtete), will ab Sommer 700.000 Kilowattstunden lila-grünen Strom produzieren. FCE-Geschäftsführer Michael Voigt (48) jubelt: "Wir sind froh und stolz über das Vorzeigeprojekt."

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Zudem bieten die Stadtwerke ihren ersten Naturstrom an. Prokuristin Sybille Müller (42): "Viele Menschen entscheiden sich dafür, nachhaltiger zu leben."

Energieexperte Bernhard Herrmann (55, Grüne) warnt, dass nicht überall, wo Öko draufsteht, auch Öko drin ist.
Energieexperte Bernhard Herrmann (55, Grüne) warnt, dass nicht überall, wo Öko draufsteht, auch Öko drin ist.  © Maik Börner
Sybille Müller (42), Prokuristin der Stadtwerke Aue-Bad Schlema, vor dem hauseigenen Solar-Carport für E-Autos und E-Fahrräder.
Sybille Müller (42), Prokuristin der Stadtwerke Aue-Bad Schlema, vor dem hauseigenen Solar-Carport für E-Autos und E-Fahrräder.  © Maik Börner
Eins-Energie erzeugt Solarstrom im Dammweg - Geschäftsführer Roland Warner (57, l.) und Hauptabteilungsleiter Andreas Schultheiß (61) inmitten der Anlage.
Eins-Energie erzeugt Solarstrom im Dammweg - Geschäftsführer Roland Warner (57, l.) und Hauptabteilungsleiter Andreas Schultheiß (61) inmitten der Anlage.  © Kristin Schmidt

Experte Herrmann warnt vor Etikettenschwindel

Immer mehr Familien setzen privat auf Solar. Zum Jahresende waren auf Chemnitzer Dächern 2282 Anlagen in Betrieb.
Immer mehr Familien setzen privat auf Solar. Zum Jahresende waren auf Chemnitzer Dächern 2282 Anlagen in Betrieb.  © 123RF/anatoliygleb

Die Chemnitzer Eins Energie produziert Ökostrom aus Sonne (13 Megawatt) und Wind (elf Megawatt) selbst, hat auch drei eigene Ökotarife, genutzt von zehn Prozent aller Kunden.

Noch relativ jung sind die Öko-Tarife der Zwickauer Energieversorgung. Aber immerhin 376 Kunden haben ihn gebucht.

Bernhard Herrmann warnt die Kunden generell vor einem Etikettenschwindel: "Nicht jeder Öko-Tarif hilft der Natur. Oft steckt dahinter reiner Zertifikatehandel. Am besten die eigenen Stadtwerke danach fragen!"

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Vorbildlich seien die Stadtwerke Annaberg-Buchholz. Deren Ökostrom aus Wasserkraft wird zu einem Drittel aus jungen Anlagen gewonnen - jede Bestellung fördert den Bau neuer Anlagen. Da war Bernhard Herrmann baff: "Das Annaberger Angebot interessiert mich auch persönlich."

Titelfoto: 123RF/anatoliygleb

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