Kälte-Schock in Chemnitz! Wer diese Frost-Regeln nicht kennt, muss zahlen

Chemnitz - Chemnitz im Kälte-Schock: Temperaturen von unter minus 20 Grad Celsius am Mittwochmorgen, dazu Schnee, so weit das Auge reicht. Doch Winterschlaf wäre eine schlechte Idee. Denn egal ob Mieter, Hausbesitzer oder Autofahrer - alle müssen jetzt ihren Teil beitragen im Kampf gegen Unfälle, Ausrutscher und Schäden. Wer hier schlampt, könnte empfindlich zur Kasse gebeten werden. Hier lauern die größten Frost-Tücken:

Auto-Karosse fegen

Mario Geißler (39) macht es richtig: erst den Schnee vom Auto schippen.
Mario Geißler (39) macht es richtig: erst den Schnee vom Auto schippen.  © Ralph Kunz

Schnell die Scheibe freikratzen reicht nicht: Auch der Schnee auf der Karosserie muss weg! Sonst gefährdet der herabwehende Schnee andere Verkehrsteilnehmer.

Es droht ein Ordnungsgeld von 25 Euro, bei akuter Gefährdung 80 Euro und ein Punkt in Flensburg.

Auto nicht warmlaufen lassen

Das eisige Auto erst mal eine Weile bei laufendem Motor aufzuheizen, ist nicht erlaubt: "Es ist untersagt, Fahrzeugmotoren unnötig laufen zu lassen", heißt es in Paragraph 30 der Straßenverkehrsordnung.

Hier können 80 Euro Bußgeld fällig werden.

Besondere Winter-Regeln

Am wichtigsten sind natürlich die Winterreifen (Bußgeld 60 Euro, bei einem Unfall 120 Euro). Wenn Schneefall die Sicht verdeckt, gilt Tempo 50. Wer mit nicht angepasster Geschwindigkeit einen Unfall baut, muss mit 600 Euro Strafe und einem Fahrverbot rechnen.

Übrigens: Es gilt auch, das Abblendlicht einzuschalten (Bußgeld 25 Euro).

Heiz-Pflicht

Mit Dämmwolle lässt sich der Wasserzähler vor dem Einfrieren schützen.
Mit Dämmwolle lässt sich der Wasserzähler vor dem Einfrieren schützen.  © Ralph Kunz

Wohnräume dürfen nicht auskühlen. Sonst drohen Schäden an Leitungen und Rohren. Das gilt auch für den Keller: Wenn hier ständig das Fenster offensteht, kann die Wasserzählanlage kaputtgehen. Dafür muss der Hauseigentümer haften!

Das kann mehrere Hundert Euro kosten.

Lüften bei Frost

GGG-Sprecher Erik Escher (39) rät bei Frost zu regelmäßigem Stoßlüften.
GGG-Sprecher Erik Escher (39) rät bei Frost zu regelmäßigem Stoßlüften.  © Erik Escher

Mieter müssen trotz der Kälte regelmäßig lüften. "Wenn die Luft gesättigt ist, nimmt sie kein Wasser mehr auf. Dadurch bildet sich Kondenswasser an den Fenstern, das kann zu Schimmel führen", erklärt GGG-Sprecher Erik Escher (39).

Muss der Schimmel entfernt werden, könne das für den Mieter Kosten in vierstelliger Höhe bedeuten.

Lohnkürzung droht

Angestellte dürfen auch bei Verkehrs-Chaos und Glatteis nicht zu spät am Arbeitsort erscheinen. Denn der Arbeitnehmer trägt laut gültiger Rechtsprechung das sogenannte "Wegerisiko", muss deshalb alle geeigneten Vorkehrungen treffen, um pünktlich zu sein.

Sonst können Arbeitgeber den Lohn kürzen oder die versäumte Zeit nacharbeiten lassen.

Streu-Tagebuch

Bei Schnee und Eis müssen Anwohner wie Reinhard Groth (68) die Gehwege freiräumen.
Bei Schnee und Eis müssen Anwohner wie Reinhard Groth (68) die Gehwege freiräumen.  © Ralph Kunz

Wochentags muss auf den Gehwegen vor der eigenen Tür bis 7 Uhr und am Wochenende bis 9 Uhr geräumt und gestreut sein. Doch was, wenn dort trotzdem jemand ausrutscht?

Tipp von ASR-Sprecherin Beate Bodnár: ein "Streu-Tagebuch".
Tipp von ASR-Sprecherin Beate Bodnár: ein "Streu-Tagebuch".  © Klaus Jedlicka

ASR-Sprecherin Beate Bodnár empfiehlt, ein Streu-Tagebuch zu führen, um etwaigen Schadensersatzansprüchen etwas entgegenhalten zu können.

Titelfoto: Ralph Kunz

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