Bürger kämpfen um mehr Sicherheit, doch Rathaus will nicht zahlen

Chemnitz - Einwohner aus Kleinolbersdorf-Altenhain kämpfen für mehr Sicherheit im Verkehr. Sie fordern einen befestigten Randstreifen an der Shakespearestraße. Im Rathaus beißen sie auf Granit.

An der Shakespearestraße in Kleinolbersdorf hangeln sich Christine Schmidt (77, r.) und Gertraude Schindler (82) an der Böschung entlang. Der Randstreifen ist im Winter nicht begehbar. Ein Fußweg soll her.
An der Shakespearestraße in Kleinolbersdorf hangeln sich Christine Schmidt (77, r.) und Gertraude Schindler (82) an der Böschung entlang. Der Randstreifen ist im Winter nicht begehbar. Ein Fußweg soll her.  © Sven Gleisberg

"Hier können sie im Winter nicht laufen", sagt Gertraude Schindler. Die 82-Jährige zeigt auf einen schneebedeckten Randstreifen an der Shakespearestraße.

Jonas Schmidt (17) weiß, wovon die Seniorin spricht. "Das war sechs Jahre mein Weg zum Schulbus. Wenn Schnee liegt, ist der Randstreifen nicht begehbar."

"Nicht nur Schüler, auch Senioren fühlen sich nicht sicher", sagt Christine Schmidt. Die 77-Jährige hat eine Petition eingereicht. Sie fordert einen Fußweg zwischen Abzweig Gartenstadt und der Brücke über die B 174.

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Das Rathaus will die Petition ablehnen. "Es müsste ein eigenständiger Gehweg mit einer Breite von mindestens 1,60 Metern errichtet werden", so Baubürgermeister Michael Stötzer (46, Grüne). Kosten: rund 300.000 Euro.

Über die Brücke geht es, danach reißt der Fußweg ab: Jürgen Leistner (67, CDU), Jonas (17), Benjamin (10) und Papa Holger Schmidt (50, v.l.) an der Shakespearestraße in Kleinolbersdorf.
Über die Brücke geht es, danach reißt der Fußweg ab: Jürgen Leistner (67, CDU), Jonas (17), Benjamin (10) und Papa Holger Schmidt (50, v.l.) an der Shakespearestraße in Kleinolbersdorf.  © Sven Gleisberg

Das Geld sei nicht im Haushalt eingeplant. 2016 erhielt die Shakespearestraße neuen Asphalt. Damals wurde auf 380 Meter Länge auch der Randstreifen befestigt.

"Dadurch besteht in der schneefreien Zeit für Fußgänger die Möglichkeit, auf den Streifen auszuweichen", so ein Stadtsprecher.

CDU-Stadtrat Jürgen Leistner (67) schüttelt den Kopf: "Ein Kreuz steht doch schon. Reicht das nicht?" Leistner erinnert an einen tragischen Unfall. 2013 war ein damals Elfjähriger an der Kreuzung Alte Zschopauer- und Shakespearestraße in der Dunkelheit von einem Transporter erfasst worden. Der Junge starb.

Der Petitionsausschuss befasst sich kommenden Dienstag mit dem Sachverhalt. Das letzte Wort hat der Stadtrat am 30. Januar. Neben CDU/FDP unterstützen auch Vosi/Piraten das Anliegen.

2013 ereignete sich an dieser Stelle ein schrecklicher Unfall, bei dem ein Elfjähriger starb.
2013 ereignete sich an dieser Stelle ein schrecklicher Unfall, bei dem ein Elfjähriger starb.  © Sven Gleisberg

Titelfoto: Sven Gleisberg

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