Drei neue Ausstellungen beweisen: Chemnitz kann Kulturhauptstadt!

Chemnitz - Kultur pur in Chemnitz: Gleich drei neue Ausstellungen werden in diesen Tagen eröffnet - in den Kunstsammlungen, im smac und im Tankstelle-Projektraum in der Zwickauer Straße. Man könnte meinen, Chemnitz sei schon längst Kulturhauptstadt! Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Historische Gemälde und Skulpturen rücken ebenso in den Vordergrund wie moderne Kunst zu den Themen Gehirn oder Migration und Tourismus.

Brainstoriming im smac

Künstlerin Beate Eismann (51) blickt auf eine ihrer Embryogehirn-Darstellungen.
Künstlerin Beate Eismann (51) blickt auf eine ihrer Embryogehirn-Darstellungen.  © Kristin Schmidt

Im smac (Museum für Archäologie) setzt sich die Hallenser Künstlerin Beate Eismann (51) in der neuen Ausstellung "Brainstorming" mit modellhaften Vorstellungen vom Gehirn und dem Bewusstsein auseinander. 

Ihre fantasievollen Werke aus Kunststoff zeigen unter anderem, welches Bild sich Wissenschaftler in früheren Jahrhunderten von Wirbeltier-Gehirnen machten. 

Mit drei unterschiedlichen Darstellungen eines Embryogehirns macht sie zudem darauf aufmerksam, dass sich Neandertaler und Mensch in der frühen Entwicklungsphase wohl ähneln. 

"Es hat mir viel Spaß gemacht, an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Kunst zu agieren", sagt Eismann. Die Schau ist ab Freitag bis zum 4. Oktober im Foyer und der ersten Etage zu sehen. 

Eintritt in die Dauerausstellung: 7/4 Euro.

Die Schätze der Kunstsammlungen

Besucher blicken sich in der Jubiläumsausstellung der Kunstsammlungen um.
Besucher blicken sich in der Jubiläumsausstellung der Kunstsammlungen um.  © Sven Gleisberg

Die Kunstsammlungen Chemnitz öffnen ihre Schatztruhe! Anlässlich der Gründung vor 100 Jahren präsentiert das Museum 400 nur selten oder nie gezeigte Werke. 

"Es gibt neben einem 'Best off' auch Überraschungen", sagte Direktor Frederic Bußmann (42). Der Titel der Jubiläumsschau "Im Morgenlicht der Republik" (ab Samstag bis 25. Oktober) ist ein Zitat des ersten Direktors Friedrich Schreiber-Weigand. 

Gezeigt wird eine repräsentative Auswahl in sechs Kapiteln von Beständen vom frühen 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Zu den Höhepunkten gehören Werke von Karl Schmidt-Rottluff, Michael Morgner, Erich Heckel oder auch Edvard Munch. 

"Wenn man sich die Qualität der Sammlung und die Geschichte anguckt, braucht sich Chemnitz nicht zu verstecken. Es gehört zu den bedeutendsten Museen in Deutschland", sagte Bußmann.

Frédéric Bußmann (42), Generaldirektor der Kunstsammlungen verspricht für die Schau "Im Morgenlicht der Republik" einige Überraschungen.
Frédéric Bußmann (42), Generaldirektor der Kunstsammlungen verspricht für die Schau "Im Morgenlicht der Republik" einige Überraschungen.  © Sven Gleisberg

Mittelmeer-Reise an der Tankstelle

Ex-TU-Rektor Christian von Borczyskowski (74) steht vor der Installation "Breaking News".
Ex-TU-Rektor Christian von Borczyskowski (74) steht vor der Installation "Breaking News".  © Ralph Kunz

In der Tankstelle Projektraum verknüpft "Bootschaften vom Mittelmeer" (26. Juli bis 29. Oktober) Kunst und Wissenschaft. 

Zwei Installationen stehen im Mittelpunkt - "Breaking News" des Künstlers Rolf Lieberknecht (73) und "On Board" von Ex-TU-Rektor Christian von Borczyskowski (74). 

"Die Ausstellung zeigt - auch sozialkritisch - Geschichte und Gegenwart des Mittelmeers", sagt Borczyskowski. Themen auf zwölf Tafeln sind Migration, moderner Sklavenhandel, Tourismus und Umweltschäden. 

Das Projekt wurde teilweise aus dem Kulturprogramm der Stadt gefördert. Im Herbst planen die Macher einen lauten Knall: Von einem 50 Meter hohen Kran aus soll ein altes Motorboot aus Holz auf einen Platz stürzen und zerschellen. Die Fragmente werden, so wie sie fielen, wieder zusammengesetzt. 

Der Eintritt zu "Bootschaften vom Mittelmeer" ist kostenlos, geöffnet ist donnerstags von 16.30 bis 18.30 Uhr.

Titelfoto: Kristin Schmidt/Sven Gleisberg/Ralph Kunz

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