Chemnitz ist Kulturhauptstadt: Lange Gesichter bei den Verlierern

Chemnitz - Es wurde lange dafür gekämpft und nun ist es wahr geworden: Chemnitz wird Europäische Kulturhauptstadt 2025 (TAG24 berichtete). Während nach der Entscheidung am Mittwoch erstmal ordentlich mit einem Feuerwerk gefeiert wurde, soll nun angepackt werden.

In Chemnitz wurde der Titelgewinn am Mittwochabend auf dem Theaterplatz noch mit einem Feuerwerk gefeiert.
In Chemnitz wurde der Titelgewinn am Mittwochabend auf dem Theaterplatz noch mit einem Feuerwerk gefeiert.  © Kristin Schmidt

In einem ersten Schritt will Chemnitz neue Strukturen schaffen. "Wir werden sofort mit der Umsetzung beginnen", verkündete Ferenc Csák (46), Leiter des Kulturhauptstadt-Projekts und des Kulturbetriebs der Stadt Chemnitz. 

Es soll so schnell wie möglich Gespräche mit Land und Bund zur Finanzierung geben. Vom Freistaat wurden im Vorfeld - im Fall eines Sieges - bereits 20 Millionen Euro zugesagt.

Außerdem wolle man bis spätestens im zweiten Quartal 2021 eine Kultur-GmbH gründen.

Während in Chemnitz schon die ersten Pläne gemacht werden, herrscht bei den anderen Bewerbern Trauerstimmung.

Neben Chemnitz waren bis Mittwoch auch noch Magdeburg, Hannover, Nürnberg und Hildesheim im Rennen um den Titel. 

So fröhlich feierten die Chemnitzer auf dem Theaterplatz

Europäische Kulturhauptstadt 2025: Enttäuschung bei Mitkandidaten

Große Enttäuschung bei den Verlierern, wie hier in Magdeburg.
Große Enttäuschung bei den Verlierern, wie hier in Magdeburg.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

"Die Enttäuschung ist groß. Das ist sichtbar", sagte zum Beispiel Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay (39, Grüne) nach der Entscheidung der europäischen Auswahljury. Auch im rund 30 Kilometer entfernten Hildesheim herrschten lange Gesichter. Oberbürgermeister Ingo Meyer (51, parteilos): "Es war ein fairer Wettbewerb zwischen starken Bewerberstädten, der Hildesheim und seine Region einen großen Schritt weitergebracht hat."

Niedersachsen war das einzige Bundesland, das noch zwei Kandidaten im Rennen hatte. 

Kulturminister Björn Thümler (49, CDU) ist trotzdem begeistert von der hohen Kreativität und dem kulturellen Niveau von Hannover und Hildesheim - und er zeigte sich sicher, dass die beiden Städte auch ohne Titel neue Akzente setzen können.

"Wir haben nicht gewonnen, darum sind wir heute erstmal enttäuscht, aber diese Enttäuschung hält bei mir nur bis heute Abend. Morgen früh geht das Leben weiter", sagte Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (65, SPD). Trotz der Niederlage sollen viele Ideen und Projekte aus der Bewerbung umgesetzt werden.

Enttäuschung auch in Nürnberg: "Ich bin sehr traurig", sagte Oberbürgermeister Marcus König (40, CSU). "Es ist für uns natürlich auch schon bitter." Bayerns zweitgrößte Stadt wolle auch in Zukunft zeigen, dass Kultur eine wichtige Rolle spiele.

Titelfoto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

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