Premiere in Chemnitz: Braut sperrt ihren Mann aus und alle haben ihren Spaß

Chemnitz - Das Theater lässt sich von Corona nicht unterkriegen: Am Freitagabend, kurz nachdem die Stadt Chemnitz die Maßnahmen gegen das Virus verschärfen musste, feierte im Opernhaus (Theaterplatz 2) die Operétte-bouffe "Ein Ehemann vor der Tür" von Jacques Offenbach (1819-1880) Premiere. Das einstündige Stück glänzt mit Witz, brillanten Sängern und Musikern sowie viel guter Laune. So geht Theater in Corona-Zeiten!

Thomas Kiechle als verhinderter Liebhaber Florian Specht.
Thomas Kiechle als verhinderter Liebhaber Florian Specht.  © Theater Chemnitz / Nasser Hashemi

So ein Liebhaber hat es wirklich nicht leicht: Florian Specht (Thomas Kiechle) muss vor einem wütenden Ehemann über die Dächer fliehen und landet prompt in der guten Stube von Susanne (Marlen Bieber), bei der am Hochzeitstag der Haussegen schief hängt. Ihren frisch angetrauten Ehemann (Andreas Beinhauer) hat sie ausgesperrt und Brautjungfer Rosine (Katharina Baumgarten) versucht zu vermitteln. Ausgerechnet da steht Florian in Unterhosen und Damenmorgenrock im Zimmer...

Eine Opérette ohne Orchester, sondern nur mit Violine und Flügel - kann das funktionieren? Es kann, und wie! Regisseur Sascha Theis serviert mit dem 60-minütigen Einakter "Ein Ehemann vor der Tür" einen heiteren und beschwingten Abend im kleinen Rahmen des Rangfoyers im Opernhaus. Nur 24 Tische mit je zwei Sitzplätzen stehen zu beiden Seiten der runden Bühnen.

Selten kommt man als Zuschauer der Opernbühne so nah und hat fast den Eindruck selbst mit dem Ehemann an der Tür zu stehen.

Musikalische Ausflüge zu Lehár und Strauss

Susanne (Marlen Bieber) hat ihren frisch angetrauten Ehemann (Andreas Beinhauer) ausgesperrt.
Susanne (Marlen Bieber) hat ihren frisch angetrauten Ehemann (Andreas Beinhauer) ausgesperrt.  © Theater Chemnitz / Nasser Hashemi

Die vier Darsteller liefern sich einen musikalischen Schlagabtausch, der beim Publikum für viele Lacher sorgt. Musikalisch gibt es neben dem Erschaffer der Opérette-bouffe, Jacques Offenbach auch Ausflüge unter anderem zu Franz Lehár (1870-1948) und Johann Strauss (1825-1899).

Diese kleine, aber feine Premiere kam beim Publikum an und begeisterte auf ganzer Linie, sodass das Publikum sogar noch nach dem Applaus sitzen blieb, um abzuwarten, was aus dem Ehemann wird, der inzwischen nicht mehr vor der Tür stand, sondern im Zimmer eingesperrt war.

Die nächsten Aufführungen von "Ein Ehemann vor der Tür" sind ausverkauft. Für die Vorstellung am 6. November um 19.30 Uhr gibt es noch Restkarten. Der Eintritt kostet 18 Euro.

Titelfoto: Theater Chemnitz / Nasser Hashemi

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