Chemnitz: Diese Schätze lagern im Archiv vom Spielemuseum

Chemnitz - Zahllose Kartons stapeln sich in mehreren Reihen bis hoch an die Decke. In den unscheinbaren Kisten verbergen sich rund 70.000 wertvolle Spiele aus den vergangenen 1000 Jahren! Zu seinem 25-jährigen Jubiläum gewährte das Deutsche Spielemuseum in der Neefestraße TAG24 exklusive Einblicke ins Archiv und präsentierte einige für die Öffentlichkeit nicht zugängliche Raritäten. 

Das Leben ist ein Spiel: Marion Reimann (l.), Vorstand Eberhard Neumann (68), Archivarin Iren Friedrich (54), Sarah-Ann Orymek (25) und Gabriele Orymek (49).
Das Leben ist ein Spiel: Marion Reimann (l.), Vorstand Eberhard Neumann (68), Archivarin Iren Friedrich (54), Sarah-Ann Orymek (25) und Gabriele Orymek (49).  © Uwe Meinhold

"Ich finde ein doppelseitiges Puzzle vom VEB-Spielewerk sehr schön, auf dem zu sehen ist, wie sich 1965 die Leute in Karl-Marx-Stadt ihre Stadt im Jahr 2000 vorgestellt hatten", sagt Mitarbeiterin Iren Friedrich (54).

Auch Besonderheiten zum Thema Industrie wie "Dein Volkswagen" aus den 50er Jahren oder historische Eisenbahnspiele bekommen die Besucher im Gegensatz zu alten Mensch ärgere dich nicht-Ausgaben und verschiedenen DDR-Spielen vorerst nicht zu Gesicht. 

"Das sind alles Einzelexemplare, die wir nicht rausgeben. Nur, wenn man die Spiele für wissenschaftliche Arbeiten braucht, kann man sie einsehen und fotografieren." Schutz vor Licht sowie kühle und trockene Lagerung sei wichtig.

Noch gibt es kein Platz-Problem. "Es wird langsam eng im Archiv. Aber es ist sicher noch Platz für rund 30.000 Spiele", sagt Friedrich.

m Archiv des Deutschen Spielemuseums an der Neefestraße lagern etwa 70.000 Spiele. Sie sind vor Licht, Wärme und Feuchtigkeit geschützt.
m Archiv des Deutschen Spielemuseums an der Neefestraße lagern etwa 70.000 Spiele. Sie sind vor Licht, Wärme und Feuchtigkeit geschützt.  © Uwe Meinhold
Im Archiv des Spielemuseums findet sich auch ein Karl-Marx-Stadt-Puzzle-Spiel aus dem Jahre 1965.
Im Archiv des Spielemuseums findet sich auch ein Karl-Marx-Stadt-Puzzle-Spiel aus dem Jahre 1965.  © Uwe Meinhold
Im Deutschen Spielemuseum hütet Iren Friedrich (54) DDR-Spiele-Schätze in Vitrinen.
Im Deutschen Spielemuseum hütet Iren Friedrich (54) DDR-Spiele-Schätze in Vitrinen.  © Uwe Meinhold

Für mehr Stauraum könnte ein in Chemnitz beheimatetes "Institut für Spiel" sorgen, dass sich Museumsgründer J. Peter Lemcke (83) bei seinem Jubiläumsbesuch wünschte. "Das erfasst bundesweit alle Spiele, bearbeitet sie wissenschaftlich und stellt sie der Öffentlichkeit zur Verfügung", sagt Lemcke.

Die Stadt plant aktuell kein solches Vorhaben. Aber: "Es könnte über eine Erweiterung des Museumskonzepts nachgedacht werden", so ein Sprecher. 

Titelfoto: Uwe Meinhold

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