Designer-Legende Clauss Dietel kürt seine Lieblings-"Simme"

Chemnitz - Ohne Karl Clauss Dietel (86) hätte das Mokick Simson heute vermutlich eine viel kleinere Fan-Szene. Beginnend ab den 1960ern entwarf er mit seinem Gestalter-Kollegen Lutz Rudolph (1936-2011) die Gestaltung der S 50 und S 51.

Gewinner Thomas Zimmer (50, l.) und Clauss Dietel (86) fachsimpeln über Simson.
Gewinner Thomas Zimmer (50, l.) und Clauss Dietel (86) fachsimpeln über Simson.  © Ralph Kunz

Beim Simson-Treffen vor den Kunstsammlungen in Chemnitz - dort wird derzeit das Lebenswerk der Chemnitzer Designer-Legende gewürdigt - kürte Dietel am Sonntag seine Lieblings-"Simme".

"Heute sind mehr S 50 und S 51 unterwegs als vor der Wende. Das liegt vor allem am Export", erzählt Clauss Dietel.

Aber eben auch am Design mit dem offenen Prinzip, was der Chemnitzer Gestalter wie kaum ein Zweiter verinnerlicht hat.

Baustellen Chemnitz: Verseuchtes Erdreich bei Bauarbeiten im Chemnitzer Zentrum entdeckt
Chemnitz Baustellen Verseuchtes Erdreich bei Bauarbeiten im Chemnitzer Zentrum entdeckt

Dank verfügbarer Bauteile basteln noch heute viele junge Leute an ihren Simsons.

Die Zimmers aus Chemnitz sind eine echte Simson-Familie. Das Zweirad von Papa Thomas (50) hatte es Clauss Dietel besonders angetan.

Die umgebaute S 51 erhielt in den Kategorien Originalteile, Zustand und Grafik jeweils die volle Punktzahl.

Zahlreiche wunderschöne Modelle waren beim Simson-Treffen auf dem Theaterplatz zu sehen.
Zahlreiche wunderschöne Modelle waren beim Simson-Treffen auf dem Theaterplatz zu sehen.  © Ralph Kunz

Der Umbau wurde zum Familienprojekt

Simson-Familie durch und durch (v.l.n.r.): Alexander (18), Thomas (50) und Tobias Zimmer (16) aus Chemnitz.
Simson-Familie durch und durch (v.l.n.r.): Alexander (18), Thomas (50) und Tobias Zimmer (16) aus Chemnitz.  © Ralph Kunz

"Ich kannte Herrn Dietel nur aus dem TV und von Berichten. Das ist schon nicht schlecht, dass ich den ersten Platz ergattert habe", sagte Thomas Zimmer. "Die Maschine ist super gepflegt, wie neu", lobte der Gestalter.

Einen Winter lang hatte Zimmer seine "Simme", die mal eine S 50 war, umgebaut. Beim Vorbesitzer stand sie 30 Jahre herum. Dank verfügbarer Originalteile war die Wiederbelebung kein Problem.

Seine Söhne Tobias (16) und Alexander (18) habe er mit dem "Simson-Fieber" anstecken können: "Man bekommt leicht Teile und die 60-km/h-Regelung ist echter Luxus", sagt Tobias.

Chemnitz: Medizin-Skandal in Sachsen: Apotheker soll Krebsmittel falsch dosiert haben!
Chemnitz Lokal Medizin-Skandal in Sachsen: Apotheker soll Krebsmittel falsch dosiert haben!

Wer mehr über Simsons und die Gestaltungen Dietels erfahren möchte, sollte die Ausstellung "simson, diamant, erika" in den Kunstsammlungen besuchen. Sie läuft noch bis 3. Oktober.

Titelfoto: Ralph Kunz

Mehr zum Thema Chemnitz Kultur & Leute: