Chemnitz' erstes Gewerbegebiet "ausgebuddelt": Irre Fundstücke aus 39 Mittelalter-Brunnen

Chemnitz - Ein Blick in die Kinderstube der Stadtgeschichte: Das Archäologiemuseum smac zeigt in einer neuen Ausstellung Fundstücke der archäologischen Grabungen am Getreidemarkt.

Insgesamt 39 Brunnen wurden auf dem Ausgrabungsfeld im Getreidemarkt freigelegt.
Insgesamt 39 Brunnen wurden auf dem Ausgrabungsfeld im Getreidemarkt freigelegt.  © Landesamt für Archäologie

Im Vorjahr wurden dort in rund zwei Meter Tiefe ausgedehnte Gerber-Werkstätten aus dem 13. Jahrhundert entdeckt - sozusagen das erste Gewerbegebiet der Stadt!

Das 5300 Quadratmeter große Areal gehörte 2019 zu den größten stadtarchäologischen Ausgrabungen in Mitteldeutschland. 

Und zu den ergiebigsten: "Es wurden mehr als 150.000 Fundstücke geborgen. Damit lässt sich Geschichte wieder erlebbar machen", freut sich Christiane Hemker (60) vom Landesamt für Archäologie. 

Besonders ergiebig waren die Funde in 39 Brunnen, die nach Gebrauch gern mit Abfällen und Schutt gefüllt wurden. "Diese Anzahl hat uns überrascht", so Hemker.

Dem großen Interesse der Chemnitzer, die schon während der Grabungen am Bauzaun standen und Führungen zahlreich nutzten, trägt jetzt die zweite Ausgrabungs-Schau des smac Rechnung: Sie gibt mit ausgewählten Fundstücken einen Einblick, wie die Chemnitzer hier im Laufe von 700 Jahren arbeiteten, spielten, heizten, kochten und ihre Häuser schmückten. 

Wo Leder gegerbt wird, bleiben Schädel und Hörner zurück. Kuratorin Cornelia Rupp zeigt die Gehörne, die als Abfälle in Gruben landeten.
Wo Leder gegerbt wird, bleiben Schädel und Hörner zurück. Kuratorin Cornelia Rupp zeigt die Gehörne, die als Abfälle in Gruben landeten.  © Kristin Schmidt
Archäologin Christiane Hemker (61) war überrascht von der Fülle der Funde.
Archäologin Christiane Hemker (61) war überrascht von der Fülle der Funde.  © Kristin Schmidt

Der Eintritt zur Sonderausstellung im Foyer ist frei.

Titelfoto: Kristin Schmidt

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