Kulturhauptstadt-Entscheidung steht vor der Tür: Jury nimmt Chemnitz in Augenschein

Chemnitz - Es geht in die heiße Phase: In fünf Tagen wird die Kulturhauptstadt 2025 gekürt! Ob Chemnitz den Sprung aufs Treppchen schafft? Am Donnerstag nahm die Jury unsere Bewerbung noch einmal im Rahmen eines Stadt-Rundgangs genau unter die Lupe.

Norbert Engst (37) und Ulrike Schell (23) führten die Jury durchs Heckert-Gebiet. Die sanierten Plattenbauten zeigen, wie Chemnitz mit seiner vielfältigen Geschichte umgeht.
Norbert Engst (37) und Ulrike Schell (23) führten die Jury durchs Heckert-Gebiet. Die sanierten Plattenbauten zeigen, wie Chemnitz mit seiner vielfältigen Geschichte umgeht.  © Ralph Kunz

Wegen Corona fand die Tour per Video-Livestream statt. Auf dem Ikarus-Boulevard ging es am Morgen zunächst durchs Heckert-Gebiet

"Chemnitz ist eine Macher-Stadt", sagt Beate Düber (53) vom Kuratoren-Team. "Das sieht man zum Beispiel daran, wie die DDR-Bauten vom Heckert integriert wurden." Ein Kamera-Team sendete die Bilder live auf die Bildschirme der Jury-Mitglieder.

Im zweiten Teil führte Anja Richter (39), Kuratorin des Museums Gunzenhauser, die Kulturhauptstadt-Jury durchs Zentrum. Erste Station war der Stadthallenpark, wo 2025 die Eröffnung stattfinden soll, wenn Chemnitz sich den Titel sichert.

Anschließend präsentierte sie die Treuhand-Kunstinstallation in der Brückenstraße und den Nischel. 

Dann ging es durch die Kunstsammlungen zum Marx-Darm am Schillerplatz, dem Schlusspunkt der Tour.

Stadtrundgang lief "spitzenmäßig"

Anja Richter (39, 2.v.l.), Kuratorin des Museums Gunzenhauser, präsentiert der Jury das Chemnitzer Zentrum. Die Titel-Entscheider verfolgten das Geschehen am Bildschirm, eine Kamera filmt alles mit.
Anja Richter (39, 2.v.l.), Kuratorin des Museums Gunzenhauser, präsentiert der Jury das Chemnitzer Zentrum. Die Titel-Entscheider verfolgten das Geschehen am Bildschirm, eine Kamera filmt alles mit.  © dpa/Hendrik Schmidt

Fazit: "Es lief spitzenmäßig!" - Anja Richter zeigt sich zufrieden. Ihr war es wichtig, Chemnitz als eine Stadt der Umbrüche zu zeigen. Doch es geht nicht nur ums Image: "Auch den Chemnitzer*innen soll die Bewerbung Dinge sichtbar machen, die sie aus Gewohnheit nicht mehr wahrnehmen."

Neben dem Stadtrundgang sind für die Jury vor allem die Bewerbungsbücher entscheidend. 

Ex-OB-Kandidat Lars Faßmann (43) hat sich die Bücher der anderen Bewerber-Städte angesehen (Magdeburg, Nürnberg, Hildesheim und Hannover) und bleibt angesichts der Konkurrenz optimistisch: "Es gibt Bücher, die besser gestaltet sind, aber unseres fällt stärker ins Auge."

Lars Faßmann (43) hat die Bewerbungsbücher aller Städte verglichen. Fazit: Die Chancen für Chemnitz stehen gut.
Lars Faßmann (43) hat die Bewerbungsbücher aller Städte verglichen. Fazit: Die Chancen für Chemnitz stehen gut.  © Uwe Meinhold

Die Jury hielt sich am Donnerstag mit einer Beurteilung zurück, gibt ihre Entscheidung erst am Mittwoch um 13 Uhr bekannt.

Titelfoto: dpa/Hendrik Schmidt

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