Schmidt-Rottluffs Elternhaus in Chemnitz wird zum Museum

Chemnitz - Kunstfreunde zieht es aktuell in Scharen zu den Chemnitzer Kunstsammlungen in die Ausstellung "Brücke und Blauer Reiter", in der auch Werke von Karl Schmidt-Rottluff (1884-1976) zu sehen sind. Im Stadtteil Rottluff laufen indes Vorbereitungen für ein neues Museum, das sich dem berühmten Chemnitzer als Mensch, Künstler und seiner lebenslangen Verbundenheit zur Stadt widmet.

Das Landhaus der Familie soll im Ensemble mit der Mühle zum Museum für den weltberühmten Chemnitzer Maler werden.
Das Landhaus der Familie soll im Ensemble mit der Mühle zum Museum für den weltberühmten Chemnitzer Maler werden.  © Kristin Schmidt

Der Baustart ist noch dieses Jahr geplant. "Das Landhaus der Familie an der Limbacher Straße soll im Ensemble mit der Mühle zu einem Eingangstor des Expressionismus werden", sagt Frédéric Bußmann (47), Generaldirektor der Kunstsammlungen Chemnitz. "Damit ein lebendiger Ort für alle entsteht, werden auch die Ideen der Rottluffer Bürger einfließen."

In dem noch leer stehenden Wohnhaus ist nach der Sanierung eine Ausstellung mit rund 50 kunsthandwerklichen Arbeiten geplant, die das breite kreative Schaffen des Künstlers zeigen: zahlreiche Schmuckstücke, in Stein geschnittene Porträts, eine Schatulle aus Holz, Löffel, sogar ein Kinderkostüm.

Selbst die originale Palette des Malers wird als Leihgabe ihren Platz finden, dazu Briefe, Skizzen, Fotos.

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"Auch der Garten und die Umgebung werden einbezogen. Beispielsweise mit einem Rundweg, der an Orte führt, die Schmidt-Rottluff in Kunstwerken festgehalten hat", so Bußmann. Die jeweils passenden Bilder zum Standort könnten digital aufgerufen werden.

In der Ausstellung "Brücke und Blauer Reiter" sind auch kunstgewerbliche Arbeiten von Karl Schmidt-Rottluff zu sehen. Kunstsammlungs-Chef Frédérik Bußmann (47) plant ein neues Museum mit diesen Exponaten.
In der Ausstellung "Brücke und Blauer Reiter" sind auch kunstgewerbliche Arbeiten von Karl Schmidt-Rottluff zu sehen. Kunstsammlungs-Chef Frédérik Bußmann (47) plant ein neues Museum mit diesen Exponaten.  © Kristin Schmidt
Kunsthandwerkliche Objekte wie das verzierte Horn und der Holzkasten mit geschnitzten Krokodil-Reliefs hat die Ostdeutsche Sparkassenstiftung 2020 für die Kunstsammlungen angekauft.
Kunsthandwerkliche Objekte wie das verzierte Horn und der Holzkasten mit geschnitzten Krokodil-Reliefs hat die Ostdeutsche Sparkassenstiftung 2020 für die Kunstsammlungen angekauft.  © Kristin Schmidt
Das Gemälde "Haus am Augustmittag" entstand in 1905 in Rottluff. Ein Kunstpfad soll an den authentischen Ort führen.
Das Gemälde "Haus am Augustmittag" entstand in 1905 in Rottluff. Ein Kunstpfad soll an den authentischen Ort führen.  © VG Bild-Kunst, Bonn 2022
Karl Schmidt-Rottluff (1884-1976) blieb seiner Heimatstadt zeitlebens verbunden.
Karl Schmidt-Rottluff (1884-1976) blieb seiner Heimatstadt zeitlebens verbunden.  © DPA

Platz für neue Kreativität sollen Laien und Profis haben: Für Schülergruppen ist ein Raum für künstlerisches Arbeiten vorgesehen. Ein Atelier wird Künstlern offen stehen, die sich von der authentischen Atmosphäre des Hauses inspirieren lassen wollen. Gegenwärtig laufen die Bauplanungen für das Millionenprojekt. Die Zustimmung des Stadtrates steht noch aus.

Titelfoto: dpa, Kristin Schmidt

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