Auschwitz-Überlebender starb mit 95: Chemnitz gedenkt Ehrenbürger Sonder

Chemnitz - Rund 150 Bürger gedachten am Mittwoch auf dem Neumarkt des Auschwitz-Überlebenden und Chemnitzer Ehrenbürger Justin Sonder.

Die Gedenkfeier zog zahlreiche Menschen an. Viele von ihnen haben Sonder durch seine Vorträge kennengelernt.
Die Gedenkfeier zog zahlreiche Menschen an. Viele von ihnen haben Sonder durch seine Vorträge kennengelernt.  © Kristin Schmidt

Er war am 3. November im Alter von 95 Jahren verstorben. Zu dem Gedenken aufgerufen hatten die Arbeitsgruppe Chemnitzer Friedenstag und die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes.

Arbeitsgruppen-Mitglieder Sabine Kühnrich (50) und Stephan Brenner (67) lasen aus einem Bericht Sonders über seinen Leidensweg unter dem NS-Regime.

Die Nazis deportierten ihn ins Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Dort ging er fast zugrunde an der Zwangsarbeit, dem Hunger und der Erschöpfung. "Man verlernte das Reden", erinnerte sich Sonders in dem Bericht. 1945 kehrte er in seine Geburtsstadt Chemnitz zurück. Seine Erfahrungen gab er in über 500 Vorträgen an Tausende Schüler weiter.

Vereinigungs-Vorsitzender Enrico Hilbert hat Sonders Erinnerungsarbeit von Beginn an begleitet: "Sein Versprechen war: Zeugnis ablegen, solange er dies kann", sagte er bei dem Gedenken.

Der frühere Chemnitzer Pfarrer Christoph Magirius (83) betonte in seiner Gedenkrede, dass der Antisemitismus auch heute ein großes Problem ist.
Der frühere Chemnitzer Pfarrer Christoph Magirius (83) betonte in seiner Gedenkrede, dass der Antisemitismus auch heute ein großes Problem ist.  © Kristin Schmidt
Justin Sonder († 95) leistete unermüdliche Erinnerungsarbeit in Chemnitz. Viele Bürger erwiesen ihm am Mittwoch auf dem Neumarkt die letzte Ehre.
Justin Sonder († 95) leistete unermüdliche Erinnerungsarbeit in Chemnitz. Viele Bürger erwiesen ihm am Mittwoch auf dem Neumarkt die letzte Ehre.  © Kristin Schmidt

Auch der frühere Chemnitzer Superintendent Christoph Magirius (83), selbst Ehrenbürger der Stadt, würdigte die Leistungen Sonders: "Er verkörperte den Widerstand gegen Rassismus", sagte er. "Und den kleinen Funken Hoffnung, der in uns Menschen glüht."

Titelfoto: Kristin Schmidt

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