Besonders für die Kleinen: Diese Feldbahnfahrt ist eine echte Erlebnisreise

Chemnitz - Der Schauplatz Eisenbahn in Hilbersdorf feierte am Wochenende seine beliebten "Feldbahntage".

Rangieren geht auch per Hand: Michael Rieß (35, l.) und Benjamin Dütsch (31) schieben eine Feldbahn aus dem Jahr 1938 zurecht.
Rangieren geht auch per Hand: Michael Rieß (35, l.) und Benjamin Dütsch (31) schieben eine Feldbahn aus dem Jahr 1938 zurecht.  © Uwe Meinhold

Groß und Klein drehten eine Runde mit den historischen Bahnfahrzeugen. Im Mittelpunkt standen die "Ziegeleibahnen", die früher Ziegelwerke in Chemnitz und Umgebung mit Lehm belieferten.

Besonders für die Kleinen ist eine Feldbahnfahrt eine echte Erlebnisreise: "Wir sind jetzt schon zwei bis dreimal gefahren", sagt Eric Chwoiha (24) mit Sohn Mats (3) auf dem Arm.

"Er würde am liebsten 24 Stunden lang fahren." Sie entdeckten bei ihrem Besuch auch erstmals die Geschichte der Ziegeleibahnen in Chemnitz: "Ich wusste nicht, dass hier Ziegel hergestellt wurden."

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Maximilian Thieme (22) von der Arbeitsgruppe Feldbahn zeigte in einer Ausstellung deren Geschichte:

"Etwa 80 Prozent unserer Feldbahnen stammen aus den Ziegeleibahnen", berichtet er. In Chemnitz gab es zu DDR-Zeiten ein Ziegelwerk in Rottluff und eins in Altendorf. Die Bahnen belieferten sie mit dem Lehm aus der Grube in Rottluff, die einst an der Kalkstraße lag. "Dort ist heute noch ein riesengroßes Erdloch."

Da leuchten Kinderaugen: Sindy Späth (24), Eric Chwoiha (24) und Sohn Mats (3) auf Eisenbahn-Entdeckungsreise.
Da leuchten Kinderaugen: Sindy Späth (24), Eric Chwoiha (24) und Sohn Mats (3) auf Eisenbahn-Entdeckungsreise.  © Uwe Meinhold
"Feldbahner" Maximilian Thieme (22) präsentiert einen rund 100 Jahre alten Etagenwagen, der einst Ziegel transportierte.
"Feldbahner" Maximilian Thieme (22) präsentiert einen rund 100 Jahre alten Etagenwagen, der einst Ziegel transportierte.  © Uwe Meinhold
Die veralteten Werke schlossen nach der Wende, die Bahnen wurden von den Eisenbahnfreunden gerettet. Zur großen Freude der Besucher: "Viele haben früher in der Nähe der Ziegelwerke gelebt und fühlen sich in ihre Kindheit zurückversetzt", sagt Eisenbahnfreund Maximilian Thieme.

Titelfoto: Uwe Meinhold

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