In vielen Teilen der Stadt blieb es still: Das sagt Chemnitz zum Sirenen-Testlauf

Chemnitz - Um 11 Uhr heulten in ganz Deutschland die Sirenen, es fand ein bundesweiter Probealarm statt. In einigen Gebieten von Chemnitz bekam man davon nicht viel mit.

In Chemnitz gibt es sechs Motorsirenen, die sich aber am Stadtrand befinden. Im Zentrum blieb es am Warntag still.
In Chemnitz gibt es sechs Motorsirenen, die sich aber am Stadtrand befinden. Im Zentrum blieb es am Warntag still.  © Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

Am heutigen Warntag wurden in der Stadt sechs Motorsirenen getestet sowie die Sprachsirenen an den Flüssen. Die Sirenen befinden sich am Stadtrand in Grüna, Mittelbach, Röhrsdorf, Wittgensdorf, Euba und Kleinolbersdorf-Altenhain

Die Stadt Chemnitz zieht nach dem Test ein positives Fazit: "Die Sirenen und die Lautsprecherdurchsagen der Stadt Chemnitz haben funktioniert. Diese Sirenen und Lautsprecher befinden sich vor allem in den eingemeindeten Ortschaften und an den Flussläufen. Auch haben die Warnmeldungen auf der städtischen Homepage und den sozialen Kanälen der Stadt sowie per E-Mail funktioniert", heißt es auf der Facebookseite der Stadt.

Einige Nutzer sehen das allerdings etwas anders und weisen in den Kommentaren auch darauf hin: 

  • " Unsere Erwartungen waren sehr hoch, ich habe nirgends eine Sirene gehört. Selbst die nicht, die wir sonst immer hören..."
  • "Also wenn man am Fluss Chemnitz im Chemnitztal, Blankenburgstr. arbeitet und nix hört, da is doch dann was nicht richtig gelaufen"
  • "Es ist schon sehr traurig und meiner Meinung nach auch sehr beschämend, dass man im Stadtzentrum rein gar nichts mitbekommen hat."
  • "Also wenn es mal ernst wird, sind wir dann am Arsch. Ich hab auf dem Kaßberg nichts gehört. Nicht mal was von weiten."

(Rechtschreibung übernommen)

"Katwarn" und "NINA" versagen

Stadtrat Toni Rotter (32, Grüne).
Stadtrat Toni Rotter (32, Grüne).  © Kristin Schmidt

Stadtrat Toni Rotter (32) von der Grünen-Fraktion bringt es auf den Punkt: "Ich weiß ja, dass die wahrscheinlichste Katastrophe ein Hochwasser ist. Aber ich habe freie Sicht auf die Chemnitz und hab nix gehört und durch Klimawandel, bei Bombenfund, Gaslecks etc. hat vielleicht auch der Rest der Stadt mal das Bedürfnis gewarnt zu sein."

Der Testlauf wirft auch Fragen auf: "Dass die, die betätigt wurden, funktioniert haben, hat man (wenn auch nur vage), vernommen, aber wie würde es denn im tatsächlichen Fall, dass der Einsatz eines solchen Systems notwendig ist, denn ablaufen. Werden dann alle verfügbaren Sirenen angewendet oder wieder nur die, die heute getätigt wurden. Wenn zweiteres der Fall ist, sehe ich im Ernstfall schwarz."

Alle diejenigen, die nicht in der Nähe einer Sirene waren und sich auf die Warn-Apps "Katwarn" oder "Nina" verlassen hatten, wurden ebenfalls enttäuscht. Die Warnungen kamen mit einer deutlichen Verzögerung auf den Handys an (TAG24 berichtete).

Da der bundesweite Warntag nun jährlich am zweiten Donnerstag im September stattfinden soll, hat die Stadt Chemnitz, trotz positiven Fazits, die Möglichkeit an ihrem Warnsystem eventuell etwas zu ändern.

Titelfoto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

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