Absagen und weniger Gäste in Ausflugslokalen: Wie lange halten unsere Wirte noch durch?

Chemnitz - Das Coronavirus reißt die Gastronomie rund um Chemnitz in ein tiefes Loch. 
Ungewohnt viel Platz im "Miramar": Dana Eichler (44, l.), Karin (59) und Uwe Genkel (61) und Mario Eichler (49) genossen das Biergartenwetter.  
Ungewohnt viel Platz im "Miramar": Dana Eichler (44, l.), Karin (59) und Uwe Genkel (61) und Mario Eichler (49) genossen das Biergartenwetter.    © Maik Börner

Umsatzrückgänge von 50 Prozent und mehr sind keine Seltenheit. In Bernsdorf musste das Ausflugslokal "Goldner Hirsch" wegen eines durch den Coronavirus infizierten Kellners schließen. 

Schreckensmeldungen ausgerechnet zum sonnigen Frühlingsanfang, wenn es alle ins Freie zieht.

Am vergangenen Wochenende war die Pelzmühle gut besucht. Doch der Schein trügt, weiß Inhaber André Gruhle (44): "Feiern werden storniert, der Tanz ist abgesagt. Der Umsatz geht um die Hälfte zurück." 

Die Schieflage "tut in der Seele weh", doch er hat Verständnis: "Ich würde mit meiner 77-jährigen Mutter im Moment auch in kein Lokal gehen." Gruhle will die Coronavirus-Krise mit Rücklagen meistern, hofft auf Fördermittel: "Ich muss in meinen sechs Betrieben 300 Arbeitsplätze sichern. Mitarbeiter mit Kindern bekommen erst mal bezahlten Sonderurlaub."

Der Andrang an der Gondelstation hielt sich in Grenzen.
Der Andrang an der Gondelstation hielt sich in Grenzen.  © Maik Börner

Im "Miramar" war am Wochenende nicht viel los. Für Kellner Philipp Seifert (24) "ein komisches Gefühl". 

Er sagt: "Meine 50 Kollegen und ich arbeiten motiviert weiter. Wenn uns das Coronavirus trifft, passiert's. Jedes Glas geht durch vier Hände. Da haben wir keine Chance."

Einen "bitteren Frühlingsanfang" erlebt Falko Hirsch (46) am "Milchhäuschen". Auch hier nimmt die Zahl der Gäste ab. Doch "die Gondelstation bleibt geöffnet, damit die Menschen ihre Freizeit genießen". 

Titelfoto: Maik Börner

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