Chemnitz: Dieser Stadtrat fordert schlaue Ampeln gegen Verkehrs-Chaos

Chemnitz - "Grüne Wellen" dank moderner Ampeln: CDU-Stadtrat Falk Ulbrich (54) plädiert für ein "dynamisches" Verkehrssystem, das die Autofahrer nicht mehr ausbremst. Die Stadt Chemnitz gibt zwar grünes Licht, doch sieht noch viele Baustellen auf dem Weg.

Ein allzu vertrauter Anblick: Der Berufsverkehr sorgt regelmäßig für Staus, wie hier auf der Zwickauer Straße.
Ein allzu vertrauter Anblick: Der Berufsverkehr sorgt regelmäßig für Staus, wie hier auf der Zwickauer Straße.  © Kristin Schmidt

Von A wie Annaberger bis Z wie Zwickauer Straße gibt es zurzeit so manche Sperrung und Umleitung. Die sind laut CDU-Stadtrat Ulbrich nicht das eigentliche Problem - sondern die Ampeln, die den Verkehrsfluss umleiten sollen. "Die Schaltzeiten passen oft nicht zum Verkehrsaufkommen."

Wenn etwa eine Nebenstraße zur viel befahrenen Umleitung wird, müssten die Grün-Phasen entsprechend länger dauern. "An vielen Ampeln sind bereits Sensoren, etwa in der Leipziger Straße. Das könnte man öfter anwenden."

Dies sei auch auf Hauptverkehrsadern wie der Zschopauer Straße nötig, um die Stoßzeiten besser abzufangen. Der Königsweg sei ein "dynamisches Verkehrsleitsystem", bei dem die Ampeln den Verkehr selbst erkennen und ihre Schaltzeiten anpassen.

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"Gerade wenn wir mehr Straßenbahnen wollen, müssen wir das Ampelsystem besser regulieren. Sonst gibt es noch mehr punktuelle Überlastungen", sagt Falk Ulbrich.

CDU-Stadtrat Falk Ulbrich (54) fordert angesichts der vielen Baustellen ein "dynamisches" Verkehrssystem.
CDU-Stadtrat Falk Ulbrich (54) fordert angesichts der vielen Baustellen ein "dynamisches" Verkehrssystem.  © Maik Börner

"Dynamisches Verkehrsleitsystem" laut Stadt noch nicht möglich

Ampeln sollen eigentlich für einen flüssigen Verkehr sorgen - doch oftmals scheinen sie ihn eher auszubremsen.
Ampeln sollen eigentlich für einen flüssigen Verkehr sorgen - doch oftmals scheinen sie ihn eher auszubremsen.  © imago images/blickwinkel

Laut Stadtverwaltung verfügen mittlerweile fast alle der 241 Ampelanlagen über Verkehrsdetektoren. Das Tiefbauamt könne auch kurzfristig einzelne Ampeln anpassen, etwa wenn eine neue Baustelle entsteht. Doch eine komplette Umprogrammierung sei oft sehr aufwendig und teuer.

Ein "dynamisches Verkehrsleitsystem" ist dem Stadtentwicklungs-Dezernat zufolge noch nicht möglich, doch als Ziel anvisiert - im städtischen Mobilitätsplan 2040.

Doch wie genau funktioniert eigentlich solche "schlauen Ampeln"? Altmodische "Lichtsignalanlagen", wie es im Behördendeutsch heißt, haben feste Signalzeiten. Wenn etwa die Grün-Phase auf 30 Sekunden programmiert ist, dann dauert sie immer exakt 30 Sekunden - egal ob gerade Berufsverkehr herrscht oder kein einziges Auto kommt.

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Sogenannte "verkehrsgesteuerte" Ampeln hingegen haben einen Sensor, der die Schaltzeiten dem Verkehr anpasst. In einem "dynamischen Verkehrsleitsystem" sind solche Ampeln miteinander verbunden, regulieren sich gegenseitig oder werden von einer Zentrale aus gesteuert.

Titelfoto: Kristin Schmidt, Maik Börner

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