Trauer in Chemnitz: Ehrenbürger Siegmund Rotstein verstorben

Chemnitz - Trauer um den Chemnitzer Ehrenbürger Siegmund Rotstein. Er verstarb am Donnerstag im Alter von 94 Jahren.

Siegmund Rotstein 2007 beim Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Chemnitz.
Siegmund Rotstein 2007 beim Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Chemnitz.  © Harry Härtel

Rotstein wurde am 30. November 1925 als Kind jüdischer Eltern in Chemnitz geboren. Er überlebte die Deportation in das KZ Theresienstadt. Diese schrecklichen Erlebnisse prägten ihn nachhaltig. Darauf gründete sich sein zutiefst humanistisches Handeln.

Mit insgesamt 53 Mitgliedern gehörte Siegmund Rotstein nach dem Krieg noch der jüdischen Gemeinde von Chemnitz an und er war im September 1945  Mitbegründer der jüdischen Gemeinde in Chemnitz nach dem Holocaust und wurde 2007 zum Ehrenvorsitzenden.

Für sein Engagement wurde Rotstein 2003 mit dem Großen Bundesverdienstkreuz geehrt und 2007 mit der Ehrenbürgerschaft der Stadt Chemnitz ausgezeichnet.

Siegmund Rotstein und OB Barbara Ludwig bei einer Gedenkveranstaltung 2019 in Chemnitz.
Siegmund Rotstein und OB Barbara Ludwig bei einer Gedenkveranstaltung 2019 in Chemnitz.  © Harry Härtel

Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (58, SPD) zeigt sich tief bewegt: "Ich bin sehr traurig - so wie viele Chemnitzerinnen und Chemnitzer, die Siegmund Rotstein kannten. Mein tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie. Wenn ich an Siegmund Rotstein denke, erinnere ich mich an einen klugen und gütigen Mann voller Herzenswärme. Er hat sich unermüdlich für die Jüdische Gemeinde in Chemnitz eingesetzt, deren Vorsitzender er 40 Jahre lang war. Seinem unerschütterlichen Mut und seiner Beharrlichkeit verdanken wir, dass das jüdische Leben in Chemnitz wieder einen so wichtigen Platz hat. Mit Siegmund Rotstein verlieren wir einen der letzten Zeitzeugen des Holocaust, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, folgenden Generationen zu berichten. Wir werden ihn sehr vermissen."

Auch der Zentralrat der Juden in Deutschland trauert um Siegmund Rotstein: "Mit dem Ableben von Siegmund Rotstein ist die Stimme eines weiteren Zeitzeugen verstummt. Wir verlieren einen engagierten und warmherzigen Menschen, der sich Zeit seines Lebens unermüdlich für die jüdische Gemeinschaft eingesetzt hat. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren", erklärte Zentralratspräsident Josef Schuster.

Titelfoto: Harry Härtel

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