Chemnitz hat die Seuche(n)! Gefahr für Mensch und Tier aus allen Himmelsrichtungen

Chemnitz - Vier Seuchen kreisen die Stadt Chemnitz aus allen Himmelsrichtungen ein.

In Teilen von Chemnitz und Mittelsachsen gilt Stallpflicht für Geflügel und gehaltene Vögel.
In Teilen von Chemnitz und Mittelsachsen gilt Stallpflicht für Geflügel und gehaltene Vögel.  © Arno Burgi/dpa

Die Corona-Pandemie wird aus dem Süden (Tschechien) befeuert, im Norden und Westen droht die Geflügelpest, aus dem Osten galoppiert die Schweinepest heran.

Zudem importieren unvorsichtige Imker momentan die Bienenkrankheit Afrikanische Faulbrut.

Katharina Weyandt (60, Grüne) wundert die Häufung nicht: "Lebensräume werden enger, dazu die Massentierhaltung - so vermehren sich Krankheiten."

Dieter Füsslein (80, FDP) sagt: "Corona und Tierseuchen zeigen, dass wir Menschen sehr verletzlich sind."

Vogelgrippe

In einem Mastbetrieb in Burgstädt starben Hühner, Experten fanden die tödliche Vogelgrippe (für Menschen ungefährlich). Das Landratsamt legte einen drei Kilometer großen Sperrbezirk fest. Die Stadt machte den Nordwesten von Chemnitz zum Beobachtungsgebiet.

Jäger dürfen hier kein Federwild jagen, alle Vögel sind einzusperren. Zwei Hühnervögel starben im Tierpark Amerika in Limbach-Oberfrohna. Auch hier kamen alle Vögel in sichere Gehege.

Schweinepest, Bienenkrankheiten und Corona

Die Schweinepest wütet noch in Ostsachsen und tötet Wild- wie Hausschweine.
Die Schweinepest wütet noch in Ostsachsen und tötet Wild- wie Hausschweine.  © imago images/Martin Wagner

Schweinepest

Nach dem ersten deutschen Fall im September 2020 in Brandenburg breitet sich die für Wild- und Hausschweine tödliche Seuche nun auch in Ostsachsen aus (bisher 55 tote Tiere).

Die Landesregierung versucht, die Ausbreitung mit Wildschwein-Zäunen zu verhindern, außerdem gilt ein großflächiges Jagdverbot. SPD-Stadtrat Maik Otto (43): "Schweine- und Geflügelpest sind existenzbedrohend für Landwirte. Eine unangenehme Zangenbewegung um Chemnitz."

Bienenkrankheiten

Mit einem Zuchtprogramm versuchen Chemnitzer Imker, die tödliche Varroa-Milbe in ihren Bienenvölkern einzudämmen (jährlich rund sechs Millionen tote Tiere in Chemnitz).

Auf der anderen Seite tötet die Afrikanische Faulbrut jetzt wieder mehr Bienen, "weil Imker mehr Tiere im Internet kaufen", beklagt Sabine Petri (58), Vorsitzende des Imkervereins. Die Faulbrut, auch Bienenpest genannt, ist eine für Bienen tödliche Pilzerkrankung.

Corona

Die Fallzahlen steigen in Chemnitz wieder deutlich an. Lag die 7-Tage-Inzidenz vorigen Donnerstag noch bei 54,0, meldete die Stadt gestern 82,8. Das Robert-Koch-Institut spricht bereits vom Anfang der dritten Welle (s. S. 2/3). Wie in Bayern spielt die Nähe zum südlich gelegenen Hotspot Tschechien eine Rolle bei der Ausbreitung der Pandemie.

Die Grenze nach Tschechien ist nicht komplett dicht - die Hotspots im Nachbarland verschlimmern die Pandemie in Sachsen.
Die Grenze nach Tschechien ist nicht komplett dicht - die Hotspots im Nachbarland verschlimmern die Pandemie in Sachsen.  © Bernd März
Der "Nischel" hat die Seuche: Rund um Chemnitz treten verstärkt ansteckende Krankheiten für Mensch und Tier auf.
Der "Nischel" hat die Seuche: Rund um Chemnitz treten verstärkt ansteckende Krankheiten für Mensch und Tier auf.  © Uwe Meinhold
Die Zahl der Corona-Infektionen in Chemnitz steigt wieder an - trotz der Impfungen.
Die Zahl der Corona-Infektionen in Chemnitz steigt wieder an - trotz der Impfungen.  © Uwe Meinhold
Immer mehr Bienen sterben wieder an der amerikanischen Faulbrut.
Immer mehr Bienen sterben wieder an der amerikanischen Faulbrut.  © Michael Reichel/dpa
Diese zehn Chemnitzer Ortsteile sind Beobachtungsgebiet für die Vogelgrippe.
Diese zehn Chemnitzer Ortsteile sind Beobachtungsgebiet für die Vogelgrippe.  © Karte: Stadt Chemnitz

Bedenklich: In Chemnitz sind wieder 14 Schulen und sechs Kitas von Corona betroffen.

Titelfoto: Bildmontage: 123rf/Valentin Valkov, Bernd März, Uwe Meinhold

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