Chemnitz: Junge Forscher arbeiten NSU auf

Chemnitz - "Fritz" ist wieder da. Eine Zeitschrift für das Heckertgebiet - einst zweitgrößtes Neubaugebiet der DDR und später Unterschlupf der NSU-Terroristen. Die neue Ausgabe der Zeitschrift wird gefördert vom Chemnitzer Netzwerk asa-FF und dem NSU-Projekt "Offener Prozess".

 5000-mal "Fritz" fürs Heckert-Gebiet: Mitarbeiter und Helfer des "Offenen Prozess" packen die Hefte in Hutholz aus.
 5000-mal "Fritz" fürs Heckert-Gebiet: Mitarbeiter und Helfer des "Offenen Prozess" packen die Hefte in Hutholz aus.  © Haertelpress

5000 Exemplare von "Fritz" haben die vier Hauptamtlichen des Projekts drucken lassen, verteilen sie rund um Hutholz. Vor 20 Jahren machte das "Kraftwerk" schon einmal eine "Fritz"-Broschüre zum Heckertgebiet. Diesen Namen griffen die Macher jetzt wieder auf.

"Wir widmen uns dem Gedenken an die NSU-Opfer - mit Forschung, Bildungsfahrten, Rundgängen und Vorträgen", erklärt Hannah Zimmermann (35).

Irène Mélix (32) weiß: "Die drei Terroristen fanden in Chemnitz zwei Jahre lang Unterschlupf. Hier gab es 1998 das erste verletzte Opfer beim Überfall auf einen Edeka-Markt, und hier lebt das NSU-Unterstützer-Netzwerk bis heute."

Dieses Thema unter die Menschen zu bringen, ist das Ziel der jungen Forscher. Im Oktober starten sie dazu eine Ausstellung in Chemnitz, 2021 auch in Zwickau, Jena und Brüssel.

Irène Mélix (32) zeigt die Broschüre. Darin arbeiten junge Forscher die Geschichte des Heckert und des NSU auf.
Irène Mélix (32) zeigt die Broschüre. Darin arbeiten junge Forscher die Geschichte des Heckert und des NSU auf.  © Haertelpress

Thomas Rosner (36), Stadtteilmanager für Chemnitz-Süd, findet es "spannend, wenn sich Menschen für das Heckert interessieren". Er sagt: "Viele assoziieren das Heckert mit dem NSU. Richtig - aber es ist für viele Tausend Menschen auch Heimat."

Titelfoto: Haertelpress

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