Chemnitz im Katastrophenfall nicht ausreichend geschützt

Chemnitz - Die Hochwasserkatastrophe rund um das Ahrtal legte die Schwächen des deutschen Katastrophenschutzes schonungslos offen. Auch Chemnitz ist nicht komplett geschützt vor den Fluten - Politiker schlagen Alarm.

Das Hochwasser 2013 überflutete nicht nur die Annaberger Straße samt Umgebung.
Das Hochwasser 2013 überflutete nicht nur die Annaberger Straße samt Umgebung.  © Hendrik Schmidt / DPA

Achillesferse ist der 9,9 Kilometer lange Kappelbach (mit Zuflüssen).

Die Stadt räumt auf Nachfrage "Gefährdungen bei größeren Hochwasserereignissen" ein. Ein Risikoplan für das Gebiet sollte bereits 2019 vorliegen.

Stadträtin Solveig Kempe (40, CDU) ist alarmiert: "Der Kappelbach mit den möglichen Zuflüssen vom Kaßberghang macht mir Sorgen. Konrad-Zuse-Straße, Mühlgasse und sogar die ganze Zwickauer Straße sind in Gefahr! Chemnitz ist noch nicht ausreichend geschützt."

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"Vernachlässigt" sieht Grünen-Stadträtin Manuela Tschök-Engelhardt (53) den Hochwasserschutz. "Wir müssen einen Zahn zulegen." Die Politikerin bezweifelt auch den Sinn von Sirenen. 18 Warnmelder gibt es, vor allem im Außenbereich.

Tschök-Engelhardt fragt: "Wer weiß denn, was eine Sirene konkret bedeutet? Ich halte Feuerwehr-Lautsprecherdurchsagen in den gefährdeten Gebieten für sinnvoller."

Manuela Tschök-Engelhardt (53, Grüne) sorgt sich bei einem extremen Unwetter um die Sicherheit der Chemnitzer.
Manuela Tschök-Engelhardt (53, Grüne) sorgt sich bei einem extremen Unwetter um die Sicherheit der Chemnitzer.  © Maik Börner
Idyllisches Kappelbachtal zwischen Schönau und Siegmar: Bei einem großen Unwetter könnte das ganze Tal volllaufen und zum reißenden Strom werden.
Idyllisches Kappelbachtal zwischen Schönau und Siegmar: Bei einem großen Unwetter könnte das ganze Tal volllaufen und zum reißenden Strom werden.  © Maik Börner
Solveig Kempe (40, CDU)
Solveig Kempe (40, CDU)  © Uwe Meinhold
Eine elektronische Sirene auf dem Dach der Schule Altchemnitz. Diese Lautsprecher übertragen auch Warndurchsagen.
Eine elektronische Sirene auf dem Dach der Schule Altchemnitz. Diese Lautsprecher übertragen auch Warndurchsagen.  © Hendrik Schmidt / DPA

Gut aufgestellt ist die Stadt bei der Unwetter-Vorhersage. Der Deutsche Wetterdienst informiert die Berufsfeuerwehr präzise über drohende Unwetter. Die Wasserbehörde fragt Flusspegel ab, erstellt Prognosen für die Ortsteile. Zudem gibt es Hochwasserwarnungen vom Land.

Ein Auge aufs Wetter haben zudem Umweltamt, Zivil-/Katastrophenschutz und Wasserwehr. Droht ein schweres Unwetter, werde "unverzüglich und umfassend" auch Oberbürgermeister Sven Schulze (49, SPD) alarmiert.

Titelfoto: Maik Börner / Hendrik Schmidt / DPA

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