Rabensteiner Viadukt: Ist die Sanierung zu teuer?

Chemnitz - Im Juni hätte die Sanierung des Rabensteiner Viadukts beginnen müssen. Bislang ist aber nichts passiert. Das Denkmal rostet weiter vor sich hin. Bürgerinitiative und Stadträtin Susanne Schaper (42, Linke) verärgert die Bauverzögerung - sie fordern klare Antworten. Schließlich wird das Projekt vom Freistaat gefördert.

Stadträtin Susanne Schaper (42, Linke) will die Sanierung endlich schnell über die Bühne bringen.
Stadträtin Susanne Schaper (42, Linke) will die Sanierung endlich schnell über die Bühne bringen.  © Maik Börner

Gottfried Reuther (80) kann sich gut an den 10. Oktober 2019 erinnern. Bürgermeister Michael Stötzer (47, Grüne) präsentierte der Bürgerinitiative Rabenstein, wo Reuther als Vorstand aktiv ist, stolz den Fördermittelbescheid von 1,5 Millionen Euro. Die Summe aus ehemaligem DDR-Parteivermögen sollte mit weiteren 400.000 Euro Eigenanteil für die Sanierung des Bauwerks eingesetzt werden.

Zehn Monate später ist die Euphorie weg: "Es ist bisher nichts passiert. Gründe wurden uns nicht genannt", sagt Reuther.

Wie Susanne Schaper aus einer Ratsantwort erfahren hat, liegt's am Geld. "Die Angebote der Firmen für die ausgeschriebenen Bauleistungen lagen über dem Budget", teilte ein Stadtsprecher auf Nachfrage mit.

Gottfried Reuther (80) von der Bürgerinitiative Rabenstein ist sauer, dass die Stadt die Baumaßnahmen "heimlich" verschoben hat.
Gottfried Reuther (80) von der Bürgerinitiative Rabenstein ist sauer, dass die Stadt die Baumaßnahmen "heimlich" verschoben hat.  © Peter Zschage
Wegen der deutlichen Rostspuren wird das Viadukt im Volksmund auch "Rotes Wunder" genannt.
Wegen der deutlichen Rostspuren wird das Viadukt im Volksmund auch "Rotes Wunder" genannt.  © Maik Börner

Stadtrat soll am 23. September abstimmen

Das Rabensteiner Viadukt ragt imposant über die Oberfrohnaer Straße.
Das Rabensteiner Viadukt ragt imposant über die Oberfrohnaer Straße.  © Maik Börner

Die Stadt hat bereits eine neue Beschlussvorlage vorbereitet, die dem Stadtrat am 23. September zur Abstimmung vorgelegt wird. Wie viel Geld fehlt, wird nicht verraten. "Konkrete Zahlen können wir aufgrund des noch laufenden Verfahrens nicht nennen."

Susanne Schaper ärgert die Geheimniskrämerei: "Das ist schon komisch, dass die fehlenden Mittel nicht benannt werden. Fakt ist, dass die Sanierung alternativlos ist. Die Bürgerinitiative hat jahrelang darum gekämpft, und das unterstütze ich."

Reuther hat 1999 zum ersten Mal auf das "Rote Wunder" (wegen des Rostes) hingewiesen. Seitdem wurde lediglich das Geländer repariert. "Das Viadukt ist durch seine Bauweise einmalig in Deutschland", sagt er. 

Titelfoto: Maik Börner

Mehr zum Thema Chemnitz Lokal:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0