Chemnitzer "DKW-Papst" baut verlorenes Rennmotorrad wieder auf

Chemnitz - Das jüngste Projekt von "DKW-Papst" Frieder Bach (78) aus Chemnitz lässt die Augen von Oldtimerfans der Traditionsmarke DKW strahlen.

Frieder Bach (79) mit der von ihm nachgebauten DKW-Rennmaschine, deren obere Rahmenstrebe aus Hartholz war, um Gewicht zu sparen.
Frieder Bach (79) mit der von ihm nachgebauten DKW-Rennmaschine, deren obere Rahmenstrebe aus Hartholz war, um Gewicht zu sparen.  © Detlev Müller

Der Kfz-Restaurator erweckte jetzt eine DKW-Rennmaschine wieder zum Leben. Bei diesem Motorrad handelt es sich vermutlich um die erste DKW-Rennmaschine, die Ende 1922 konstruiert wurde und von der kein Exemplar mehr existiert.

Grundlage war eine Skizze des ehemaligen DKW-Chefkonstrukteurs Hermann Weber. "Die Skizze stammt aus dem Nachlass, war in einer Mappe mit verschiedenen Papieren, die mir von der Schwiegertochter Webers übergeben wurde", erinnert er sich.

Damit war sein Ehrgeiz geweckt. Da viele Teile der Motorräder in Serienmodellen verbaut wurden, fand Bach sie in seiner Sammlung. Nur der Fahrgestellrahmen fehlte. "Alle Teile, die ich brauchte, um die Maschine wieder aufzubauen, hatte ich in meiner Werkstatt. Die mussten nur entrostet und geölt werden", erzählt Frieder Bach.

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"Beim Holz für den Rahmen entschied ich mich schließlich für Esche. Das ist ein Hartholz, sehr leicht und für solche Zwecke bestens geeignet."

Seit Herbst vergangenen Jahres wurde in seiner, so wie er sagt, "Rentnerwerkstatt" geschraubt und montiert. Pünktlich zum 100-jährigen Jubiläum des Motorradbaus bei DKW in Zschopau wurde die historische Rennmaschine fertig.

Im ehemaligen MZ-Werk in Zschopau stand die Wiege der Motorradindustrie. Seit 1922, als das weltweit erste Zweitakt-Motorrad die Maschinenfabrik Dampf-Kraft-Wagen (DKW) verließ, wurden mehr als 3,2 Millionen Motorräder hergestellt.
Im ehemaligen MZ-Werk in Zschopau stand die Wiege der Motorradindustrie. Seit 1922, als das weltweit erste Zweitakt-Motorrad die Maschinenfabrik Dampf-Kraft-Wagen (DKW) verließ, wurden mehr als 3,2 Millionen Motorräder hergestellt.  © Ralph Kunz

Begutachtet werden kann das Unikat des "DKW-Papstes" jetzt im Museum für sächsische Fahrzeuge in Chemnitz.

Titelfoto: Detlev Müller

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