Chemnitzer Heimatforscher spekulieren über die Ampullen aus dem Ebersdorfer Wald

Chemnitz - Nachdem in einem Waldstück unweit der Irmtraud-Morgner-Straße in Chemnitz mysteriöse Ampullen entdeckt wurden, äußert sich nun Heimatforscher Gert Petersen (56) zu dem Fund und gibt Einblicke in die Geschichte des nahegelegenen Kasernengeländes.

Die Ampullen enthielten teils explosive, krebserregende und giftige Substanzen.  © Jan Härtel/Chempic

Petersen forscht im Ebersdorfer Verein und hält einen medizinischen Ursprung der Funde für möglich - verweist auf mögliche Impfstoffe aus früheren Zeiten. Seit mehr als 40 Jahren beschäftigt er sich mit der Geschichte des Stadtteils, darunter auch mit dem ehemaligen Kasernengelände.

Dabei recherchierte Petersen zur Historie und tauschte sich mit ehemaligen Sowjetsoldaten aus.

So erfuhr er, dass das 1912 errichtete Areal über Jahrzehnte militärisch genutzt wurde, unter anderem von der Sowjetarmee mit einem Garnisonslazarett, einer Einheit der Chemischen Abwehr sowie ab 1968 der 307. Raketen-Artillerie-Brigade.

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In den frühen 1980er-Jahren befand sich dort zeitweise auch ein Sonderwaffenlager mit atomaren Sprengköpfen. Vor diesem Hintergrund erscheint seine Annahme nicht völlig abwegig.

Petersen interessiert vor allem: "An welcher Stelle wurden die Ampullen gefunden und tragen sie Beschriftungen?"

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Gert Petersen erforscht seit über 40 Jahren seine Heimat, auch über das Ebersdorfer Kasernengelände weiß er eine Menge.  © privat/ Gert Petersen
Im sowjetischen Garnisonslazarett wurden auch Operationen durchgeführt.  © privat/ Gert Petersen
Einsatzkräfte der Polizei und Feuerwehr begutachteten die Ampullen.  © Jan Härtel/Chempic
Blick auf das Ebersdorfer Kasernengelände von 1940.  © imago/Arkivi

Erste Funde Anfang Mai

Anne Z. hatte damals Anfang Mai die ersten Ampullen entdeckt.  © Jan Härtel/Chempic

Am 4. Mai hatte die Anwohnerin Anne Z. (30) beim Gassigehen die ersten Ampullen entdeckt und die Polizei alarmiert. Einsatzkräfte sprengten daraufhin die teils explosiven sowie krebserregenden und giftigen Behältnisse.

Am 19. Mai wurden weitere Ampullen gefunden, woraufhin die Stadt eine bis auf Weiteres geltende Allgemeinverfügung für das Waldgebiet erließ.

Ilka Stockmann (75) von der Arbeitsgemeinschaft Blankenauer Grund hält verschiedene Szenarien für denkbar. Sie ist seit 1999 Mitglied der AG und forscht seither zu den nördlichen Stadtteilen.

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"Auf dem Gelände waren ein Krankenhaus und eine chemische Abteilung – alles ist möglich", sagt sie. Der Fund überrascht sie nicht: "Dort wurden Asche, Schlacke, Müll und militärischer Schrott entsorgt."

Worum es sich tatsächlich handelt, ist weiterhin unklar. Die finalen Untersuchungen laufen noch, teilte die Stadt Chemnitz mit.

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