Chemnitzer Technik-Freaks drucken Schutz-Visiere für Helfer

Chemnitz - Kluge Köpfe produzieren Corona-Schutzausrüstung am heimischen 3-D-Drucker: Schon über 6000 Freiwillige machen bei der bundesweiten Initiative "Maker vs. Virus" mit. Seit rund drei Wochen beteiligen sich auch Chemnitzer an dem einzigartigen Hilfsprojekt.

Technik-Freak Bernd Sandner (42) produziert zu Hause in seinem Arbeitszimmer die Kopfhalterungen für Gesichtsschilde.
Technik-Freak Bernd Sandner (42) produziert zu Hause in seinem Arbeitszimmer die Kopfhalterungen für Gesichtsschilde.  © Sven Gleisberg

Michael Storz (33), wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU, koordiniert die Aktion in Chemnitz. Im Stadtlabor "Mitmach_X" auf dem Brühl schneidet er Folien für Gesichtsschilde zurecht: "Etwa 15 Privatpersonen produzieren die Kopfgestelle zu Hause am 3-D-Drucker." 

Solche 3-D-Drucker können, je nach Größe, praktisch alles aus Plastikgranulat fertigen - Hightech, der langsam im Privatleben ankommt. 

Auch Bernd Sandner (42), der das Projekt in Chemnitz ursprünglich ins Leben rief, schwört auf die neue Technik: "Ich bin ein kleiner Freak. Mit sechs Druckern kann ich rund 50 Stück am Tag fertigen." Außerdem gibt es eine enge Zusammenarbeit mit der TU.

Über soziale Medien vereinbaren die Freiwilligen, wer die Ausrüstung wann wohin bringt. "Vergangene Woche lieferten wir 60 bis 70 Visiere aus. Zum Beispiel an Zahnärzte, Kindergärten oder die Freiwillige Feuerwehr in Dürrengerbisdorf", so Michael Storz.

Noch seien Kapazitäten verfügbar, pro Tag ließen sich weit über 100 Gesichtsschilde herstellen. "Wir weisen in einem Beipackzettel darauf hin, dass es keine geprüften Medizinprodukte sind." 

Pro Tag stellen die Heimwerker bis zu 100 Gesichtsschilde her.
Pro Tag stellen die Heimwerker bis zu 100 Gesichtsschilde her.  © Sven Gleisberg
Organisator Michael Storz (33) schneidet mit einem Lasercutter die Folien für die Schutzvisiere zurecht.
Organisator Michael Storz (33) schneidet mit einem Lasercutter die Folien für die Schutzvisiere zurecht.  © Sven Gleisberg
3-D-Drucker können fast alles aus Plastikgranulat fertigen.
3-D-Drucker können fast alles aus Plastikgranulat fertigen.  © Sven Gleisberg

Unter www.makervsvirus.org können Bürger die Schilde kostenlos bestellen und für die Initiative spenden. Die Aktion soll zeitlich begrenzt sein und keine Konkurrenz für Firmen darstellen. Sondern schnell und direkt helfen.

Titelfoto: Sven Gleisberg

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