Energiepreis-Explosion bringt Chemnitzer Rathaus (noch) nicht aus der Fassung

Chemnitz - Am Dienstag forderte der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) angesichts explodierender Energiepreise Entlastungen für Kommunen. Die Stadt Chemnitz sieht derzeit noch keinen Handlungsbedarf. Versorger "eins" spürt aber bereits die heftigen Kostensteigerungen.

Das Chemnitzer Rathaus sieht derzeit noch keinen Handlungsbedarf, passte aber schon im Vorjahr den Energiebedarf für eine Gruppe von Sozialhilfeempfängern an.
Das Chemnitzer Rathaus sieht derzeit noch keinen Handlungsbedarf, passte aber schon im Vorjahr den Energiebedarf für eine Gruppe von Sozialhilfeempfängern an.  © Kristin Schmidt

"Innerhalb der letzten 12 Monate haben sich die Preise für Erdgas auf über 500 Prozent, für Strom auf über 300 Prozent und für CO2-Emissionszertifikate auf über 200 Prozent erhöht", erläutert eine "eins"-Sprecherin. Eine Rohstoff-Knappheit hat der Versorger derzeit aber nicht.

Ein Argument des DStGB ist, dass sich durch die gestiegenen Energiepreise die Kosten für Kommunen automatisch erhöhen - weil diese auch Unterkünfte für Sozialhilfeempfänger finanzieren. "Insgesamt sind die geplanten Ansätze ausreichend, es ist keine Nachjustierung notwendig", so das hiesige Sozialamt.

Dieses betreibt auch drei Sammelunterkünfte (Altendorfer Straße, Chemnitztalstraße, Oberfrohnaer Straße) für Asylbewerber. "Der Planansatz 2021 für Energie aller Medien beträgt 65 000 Euro und wird voraussichtlich nicht überschritten", so die Behörde weiter. Das Budget wurde für dieses Jahr um 5 000 Euro erhöht (2020: 60 000 Euro).

Die Chemnitzer Stadtverwaltung benötigt aber auch selbst Energie, um ihre 584 Hauptgebäude störungsfrei zu betreiben. „Aufgrund von Corona und vermehrtem Home Office kann noch keine verlässliche Aussage zu Mehrkosten getroffen werden. Des Weiteren bleibt die Witterung im vierten Quartal 2021 abzuwarten", sagt eine Rathaussprecherin.

Versorger "eins" will zum Jahresende über Kundenpreise entscheiden

Der "eins"-Kraftwerkskomplex hat zwar noch keine Rohstoff-Probleme. Der Versorger leidet aber unter massiven Kostenexplosionen in mehreren Bereichen.
Der "eins"-Kraftwerkskomplex hat zwar noch keine Rohstoff-Probleme. Der Versorger leidet aber unter massiven Kostenexplosionen in mehreren Bereichen.  © Sven Gleisberg

Die Stadt Chemnitz hat für Strom, Gas und Fernwärme Rahmenverträge über mehrere Jahre Laufzeit geschlossen.

Doch wie geht es weiter? "Für Gas steigt die Umlage gemäß dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) ab dem 1. Januar 2022. Im November 2021 kennen wir auch die Veränderungen für Netzentgelte, Umlagen und Steuern", schildert die "eins"-Sprecherin.

Danach will der regionale Großversorger über Anpassungen für Kunden entscheiden.

Titelfoto: Kristin Schmidt/imago/photothek

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