Dunkle Zeiten für Kinos wegen Kultur-Lockdown: "Es ist eine Katastrophe"

Chemnitz/Gelenau - Kein Happy End: Seit Montag flimmern keine Filme mehr über die sächsischen Leinwände. Das trifft die Kinos in Chemnitz und Umgebung hart.

Maret Wolff (44) musste das Chemnitzer "Metropol"-Kino am Montag schweren Herzens wieder schließen.
Maret Wolff (44) musste das Chemnitzer "Metropol"-Kino am Montag schweren Herzens wieder schließen.  © Sven Gleisberg

Im Chemnitzer "Metropol"-Kino weht nun kein Popcorn-Duft mehr durch die Gänge, die Säle bleiben leer. "Es ist eine Katastrophe", sagt Chefin Maret Wolff (44). "Ich kann keinen Hoffnungsschimmer erkennen."

Denn der Kultur-Lockdown gilt zwar vorerst nur bis zum 12. Dezember, doch die Kinobetreiberin stellt sich auf eine längere Schließung ein. Dann seien aber auch neue staatliche Hilfen notwendig.

Im vergangenen Winter war der Lockdown flächendeckend, Blockbuster wurden verschoben. Damit sei jetzt nicht zu rechnen, da Sachsen bisher das einzige Bundesland mit geschlossenen Kinos ist: "Der Kinomarkt wird einfach weiterlaufen. So geraten wir hier in Sachsen komplett in Verzug", sagt Maret Wolff.

Chemnitz: Anschlag auf Moschee? Wieder standen Mülltonnen in Chemnitz in Flammen
Chemnitz Crime Anschlag auf Moschee? Wieder standen Mülltonnen in Chemnitz in Flammen

Auch im Chemnitzer "Weltecho" bleibt die Leinwand seit Sonntagabend dunkel: "Die Nachricht kam erst am Freitag, das war ein bisschen kurzfristig", sagt Betreiber Ingo Scheller (58). Den kompletten Kultur-Lockdown kann er nicht nachvollziehen.

Ähnlich sieht das Sven Kruppa (50) vom Clubkino Gelenau: "Ich finde es ungerecht, dass Gaststätten aufbleiben dürfen und Kinos schließen müssen."

Titelfoto: Sven Gleisberg

Mehr zum Thema Chemnitz Lokal: