FDP fordert neue Planung gegen das Baustellen-Chaos in Chemnitz

Chemnitz - Im Schleichgang-Slalom durch Chemnitz: Derzeit behindern rekordverdächtige 400 Baustellen Autos, Radfahrer und Fußgänger. Anwohner und Besucher sind genervt.

Mehrere Baustellen in der Ulmenstraße nacheinander statt in einem Abwasch: Darüber beklagt sich FDP-Stadtrat Jens Kieselstein (40).
Mehrere Baustellen in der Ulmenstraße nacheinander statt in einem Abwasch: Darüber beklagt sich FDP-Stadtrat Jens Kieselstein (40).  © Uwe Meinhold

Für FDP-Stadtrat Jens Kieselstein (40) ein klarer Fall von mangelnder Bau-Koordination: "Eine zentrale Stelle im Rathaus könnte Bau-Prioritäten festlegen, damit nicht alles auf einmal lahmgelegt wird."

Nicht nur die Großbaustellen rund um Johannisplatz oder Annaberger Straße schlagen den Bürgern aufs Gemüt. Eigentlich gibt es in ganz Chemnitz kaum eine Straße oder Fußweg ohne Bauarbeiter. Jens Kieselstein weiß: "Jeder Chemnitzer beschwert sich. Und Baufirmen können die vielen Arbeiten nicht mehr schnell abarbeiten."

Ein Amt für Baukoordination gibt es nicht. Aktuell kümmern sich Bürgermeister, Bauämter und Arbeitsgruppen um städtische Baumaßnahmen. Die Verkehrs-Lenkungskommission aus Stadt, Polizei, CVAG, Eins und Regiobus wiederum bespricht einmal pro Woche neue Baustellen.

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Für Jens Kieselstein zu viele Beteiligte: "Die Koordination muss gebündelt werden, damit es keine Umleitung in der Umleitung mehr gibt, keine Baustelle in einer neu gemachten Zietenstraße und keine gleichzeitige Sperrung wichtiger Straßen."

Baustellen-Riesenslalom in Chemnitz: Auch die Annaberger Straße ist betroffen, Autofahrer fluchen über die Umleitung.
Baustellen-Riesenslalom in Chemnitz: Auch die Annaberger Straße ist betroffen, Autofahrer fluchen über die Umleitung.  © Uwe Meinhold
In der Zietenstraße wurde eine frisch sanierte Straße erneut aufgerissen - wegen mangelnder Koordination, moniert die FDP.
In der Zietenstraße wurde eine frisch sanierte Straße erneut aufgerissen - wegen mangelnder Koordination, moniert die FDP.  © Maik Börner

Die vielen Baustellen in Chemnitz haben einen historischen Grund

Der Forderung stimmt CDU-Mitarbeiterin Jana Gratias (35) zu: "Die Ulmenstraße ist gefühlt seit einem Jahr Dauerbaustelle. Ich sehe da keine Koordination."

Eine Stadtsprecherin nannte auf TAG24-Anfrage auch einen historischen Grund für die derzeit vielen Baustellen: "Das moderne Chemnitz wurde samt seiner Ver- und Entsorgungsleitungen vor 100 Jahren gebaut. Viele Leitungen halten rund 100 Jahre - nun müssen sie ausgebessert oder ausgetauscht werden."

Titelfoto: Uwe Meinhold

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