Inzidenz über 1000: Nächtliche Ausgangssperre gilt für 50.000 Chemnitzer

Chemnitz - Für Ungeimpfte gilt ab Samstag, 22 Uhr, im gesamten Stadtgebiet die nächtliche Ausgangssperre. Grund: Die Corona-Inzidenz in Chemnitz hat am Freitag erstmals die 1000er-Marke gerissen. Regelbrechern droht ein Bußgeld von 250 Euro.

Die Kontrollen stellen für die Nachtschicht der Streife ein neues Aufgabengebiet dar.
Die Kontrollen stellen für die Nachtschicht der Streife ein neues Aufgabengebiet dar.  © Haertelpress/Harry Härtel

Die 7-Tage-Inzidenz im Stadtgebiet lag am Freitag bei 1039,7 (Samstag bei 1101,1) - damit tritt die "Hotspot-Regelung" der Sächsischen Corona-Notfall-Verordnung in Kraft. Für Nicht-Geimpfte oder -Genesene gilt nun eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 22 und 6 Uhr.

Bei 163.484 vollständig Geimpften sind etwa 50.000 Chemnitzer im Alter von über zwölf Jahren (abzüglich Genesener) betroffen. Allerdings gibt es auch Ausnahmen. Frei bewegen darf sich, wer etwa zur Arbeit muss oder medizinische Versorgung braucht.

Doch wer kontrolliert die Einhaltung der Ausgangssperre?

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"Da annähernd der gesamte Geltungsbereich der Ausgangsbeschränkungen außerhalb der Dienstzeiten des Stadtordnungsdienstes liegen (7 bis 22.30 Uhr), obliegt die Kontrolle der nächtlichen Ausgangsbeschränkungen dem Polizeivollzugsdienst", so eine Sprecherin der Stadt.

Die Polizeibehörde kontrolliert tagsüber die Einhaltung der Corona-Regeln.
Die Polizeibehörde kontrolliert tagsüber die Einhaltung der Corona-Regeln.  © Kristin Schmidt
Auch in Chemnitz gibt es nun nächtliche Ausgangssperren für Nicht-Geimpfte oder -Genesene. Die Stadt überschritt gestern die Wocheninzidenz von 1000.
Auch in Chemnitz gibt es nun nächtliche Ausgangssperren für Nicht-Geimpfte oder -Genesene. Die Stadt überschritt gestern die Wocheninzidenz von 1000.  © Kristin Schmidt

OB Schulze wünscht mehr Polizei-Präsenz

Vor dem Hintergrund von nicht-angemeldeten Demonstrationen mit mehreren Hundert Teilnehmern wünscht sich OB Sven Schulze (50, SPD) mehr Polizeipräsenz.
Vor dem Hintergrund von nicht-angemeldeten Demonstrationen mit mehreren Hundert Teilnehmern wünscht sich OB Sven Schulze (50, SPD) mehr Polizeipräsenz.  © Kristin Schmidt

Andrzej Rydzik, stellvertretender Sprecher der Polizeidirektion Chemnitz, erklärt, dass Bürger im Streifendienst und bei Schwerpunktkontrollen nach ihrem Impfstatus gefragt werden könnten.

Eine technische Ausstattung für die Auslesung der meist digitalen Impfpässe besäßen die Polizisten jedoch nicht.

Trotz neuem Aufgabenfeld sowie Corona- und Quarantänefällen bei der Polizeidirektion stünden ausreichend Beamte zur Verfügung.

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Oberbürgermeister Sven Schulze (50, SPD) hatte nach eigenen Angaben Anfang der Woche bei einem Telefonat mit dem Polizeipräsidenten Carsten Kaempf (53) mehr Präsenz von der Polizei in Chemnitz gewünscht.

Damals ging es um nicht angemeldete Demonstrationen mit mehreren Hundert Menschen, wie sie immer wieder in Chemnitz stattfinden.

Titelfoto: Bildmontage: Kristin Schmidt, Harry Härtel

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