Keine Reparaturen: Besitzer der Wanderer-Werke in Chemnitz lässt Ultimatum verstreichen

Chemnitz - Keine Lösung für die Wanderer-Fabrik: Seit Monaten steht das Industriedenkmal offen wie ein Scheunentor in der Zwickauer Straße in Chemnitz, gehen Wind und Wetter sowie Einbrecher durch kaputte Fenster ein und aus. Das letzte Ultimatum der Stadt ist vor zwei Wochen ergebnislos verstrichen.

Einfallstore für Wind, Wetter und Einbrecher: die kaputten Fenster der Wandererfabrik.
Einfallstore für Wind, Wetter und Einbrecher: die kaputten Fenster der Wandererfabrik.  © Ralph Kunz

Michael Sandt (59), Koordinator Bürgerplattform West, ist wütend: "Das ist Taktik des Besitzers. Das Thema Wanderer muss endlich in den Stadtrat kommen. Auch eine Enteignung sollte diskutiert werden. Aber ich habe das Gefühl, die Stadt tut nichts."

CDU-Generalsekretär Alexander Dierks (35) hat die Nase voll: "Ich werde zeitnah mit der CDU-Ratsfraktion das Gespräch suchen, damit die Fabrikzukunft in den Ratsgremien diskutiert wird. Wanderer ist von zentraler industriegeschichtlicher Bedeutung."

Der Leerstand hat auch Folgen für die Handynutzung in Schönau und Kappel. Im Gebäude befindet sich ein Mobilfunkknoten, der immer wieder von Einbrechern zerstört wird. Ein Kenner: "Das Haus müsste besser gesichert werden."

Chemnitz: 20 Jahre Messe Chemnitz: Chefin verrät die größten Geheimnisse
Chemnitz Lokal 20 Jahre Messe Chemnitz: Chefin verrät die größten Geheimnisse

Das könnte die Stadt als Besitzerin am besten, glaubt Ex-Denkmalpfleger Thomas Morgenstern (68): "Die Verwaltung sollte mit der Landesdirektion über eine Enteignung sprechen. Die Bausubstanz wird schlechter."

Vor 14 Tagen lief das jüngste Ultimatum der Stadt an den Wanderer-Besitzer ab, die Glasschäden zu beseitigen.
Vor 14 Tagen lief das jüngste Ultimatum der Stadt an den Wanderer-Besitzer ab, die Glasschäden zu beseitigen.  © Ralph Kunz

Zum Thema Wanderer-Werke will sich die zuständige Bauverwaltung am Dienstag äußern.

Titelfoto: Ralph Kunz

Mehr zum Thema Chemnitz Lokal: