Kinderärztin warnt: "Nach zwei Corona-Jahren ist das Immunsystem nicht mehr gut trainiert"

Chemnitz - Volles Haus bei Chemnitzer Kinderärzten: Infektionskrankheiten vor allem der Atemwege breiten sich in Chemnitz derzeit rasend schnell aus. Junge Patienten füllen die Wartezimmer und sogar die Kinderstation des Klinikums. Viele Eltern und Kita-Mitarbeiter sind besorgt, haben Angst vor möglichen Corona-Infektionen.

Die Chemnitzer Kinderärztin Cornelia Haupt (63) warnt vor einer Zunahme an Atemwegserkrankungen und rät zur Grippeschutzimpfung.
Die Chemnitzer Kinderärztin Cornelia Haupt (63) warnt vor einer Zunahme an Atemwegserkrankungen und rät zur Grippeschutzimpfung.  © Kristin Schmidt

"Erkältungskrankheiten, darunter RS-Viren, erleben wir derzeit mehr als in den Vorjahren", sagt Kinderärztin Cornelia Haupt (63) aus der Sonnenstraße.

Darunter sind auch schwere Verläufe: "Haben Patienten tagelang hohes Fieber, müssen sie manchmal in die Klinik, bekommen Sauerstoff."

In Chemnitz gehen sogar Gerüchte um, die Kinderstation im Klinikum sei voll belegt, junge Patienten müssten verlegt werden. Dazu gab das Klinikum auf TAG24-Nachfrage keine Antwort.

Chemnitz: Neue Hoffnung für alte "Auto Union"-Zentrale: Chemnitzer Investor will historischen Bau sanieren
Chemnitz Lokal Neue Hoffnung für alte "Auto Union"-Zentrale: Chemnitzer Investor will historischen Bau sanieren

Jedoch räumte das Klinikum ein "erhöhtes Auftreten von infektiösen Atemwegs- und Durchfallerkrankungen insbesondere bei kleineren Kindern" ein.

Das Gesundheitsamt der Stadt hat dazu Zahlen. Im September und in der ersten Oktoberwoche erkrankten 168 Chemnitzer an RS-Viren, 157 davon unter 18 Jahre.

Auch Noroviren (99 Fälle, 41 unter 18) sind aktuell verbreitet. In einer Oederaner Kita trat ein Fall der meldepflichtigen Durchfallerkrankung EHEC auf.

Junge Patienten mit RS-Virenerkrankung füllen aktuell auch die Kinderstation am Klinikum Chemnitz.
Junge Patienten mit RS-Virenerkrankung füllen aktuell auch die Kinderstation am Klinikum Chemnitz.  © Sven Gleisberg

Medizinerin rät dringend zur Grippeschutzimpfung

Für Kinderärztin Haupt ist klar: "Nach fast zwei Corona-Jahren mit Abstands- und Maskenregeln ist das Immunsystem nicht mehr gut trainiert. Jetzt treffen sich die Kinder wieder - und tauschen Viren und Bakterien aus."

Darum rät die Medizinerin dringend zur Grippeschutzimpfung: "Vor allem Menschen, die mit anderen oft in Kontakt kommen, sollten sich impfen lassen."

"Zumal Corona nicht vorbei ist", fügt Haupt an: "Corona plus Grippe muss man gar nicht haben."

Titelfoto: Kristin Schmidt

Mehr zum Thema Chemnitz Lokal: