Millionen-Projekt: Chemnitzer Polizei plant neues Trainingszentrum

Chemnitz - Hemdsärmlig, freundlich und mit klaren Prinzipien - so tritt der neue Chemnitzer Polizeipräsident Carsten Kaempf (53) nach innen und außen auf. Nach 100 Tagen im Amt stellte er sein 7-Punkte-Programm für noch bessere Polizeiarbeit vor. Sein Kernsatz: "Unsere Polizei kann ihre Arbeit. Wir müssen darum mit breiterer Brust auftreten."

Polizeipräsident Carsten Kaempf (53) aus Chemnitz hat große Pläne.
Polizeipräsident Carsten Kaempf (53) aus Chemnitz hat große Pläne.  © Haertelpress

Die Schwerpunkte des Polizeichefs: Kampf gegen Extremismus, Stärkung der Kriminalitätsbekämpfung, Kampf gegen Kinderpornografie und Internet-Kriminelle, Ausbau der Verkehrsüberwachung, mehr Prävention und bessere Ausstattung.

Vor allem möchte Kaempf polizeiliches Handeln nach außen besser erklären. Aber Kommunikation hat für ihn Grenzen: "Beleidigungen und Angriffe auf Polizisten sind No-Gos."

Auch die Polizei muss jederzeit mit dem wachsamen Auge des Chefs rechnen. Kaempf kündigte deutlich mehr Besuche bei Einsätzen an, "denn ich führe von vorne".

Chemnitz: Streit, Messer, Fenstersturz: Ein Toter (18) und Verletzte nach Blutnacht in Chemnitz-Bernsdorf
Chemnitz Crime Streit, Messer, Fenstersturz: Ein Toter (18) und Verletzte nach Blutnacht in Chemnitz-Bernsdorf

Zudem will der Polizeipräsident die interne Fehlerkultur verbessern: "Wir müssen noch mehr als Team arbeiten und jeden Einsatz selbstkritisch aufarbeiten."

Der Kampf gegen Extremisten aller Art ist der Chemnitzer Polizei sehr wichtig.
Der Kampf gegen Extremisten aller Art ist der Chemnitzer Polizei sehr wichtig.  © Sven Gleisberg
Auch beim Schieß- und Zweikampftraining will die Polizei noch professioneller werden.
Auch beim Schieß- und Zweikampftraining will die Polizei noch professioneller werden.  © Rainer Jensen/dpa

Neues Trainingszentrum soll bis zu 40 Millionen Euro kosten

Bislang absolviert die Chemnitzer Polizei ihr Schießtraining bei der Bereitschaftspolizei. Jetzt will die Behörde ihr eigenes Trainingszentrum bauen.
Bislang absolviert die Chemnitzer Polizei ihr Schießtraining bei der Bereitschaftspolizei. Jetzt will die Behörde ihr eigenes Trainingszentrum bauen.  © Ralph Kunz

Der in Tschechien geborene und in Radeburg lebende Kaempf (verheiratet, drei Kinder) hat ein Manko in der Chemnitzer Polizei erkannt - die tägliche Ausbildung.

Bisher trainieren die rund 2000 Mitarbeiter bei der Bereitschaftspolizei. Zu eng - deshalb plant der Präsident bis 2025 ein 30 bis 40 Millionen Euro teures Trainingszentrum an der Dresdner-/Hainstraße.

"Dort sollen die Kollegen nicht nur schießen üben, sondern auch Zweikämpfe und besondere Einsatzlagen trainieren, Lehrgänge absolvieren."

Chemnitz: Coronavirus in Chemnitz: 75 neue Fälle in der Stadt, Inzidenz weiter über 100
Chemnitz Lokal Coronavirus in Chemnitz: 75 neue Fälle in der Stadt, Inzidenz weiter über 100

Kaempf freut sich auf das Zentrum: "Wir machen die Polizei fitter!"

Titelfoto: Montage: Rainer Jensen/dpa, Haertelpress

Mehr zum Thema Chemnitz Lokal: