Müllpreis-Schock in Chemnitz! Stadt will Abfallgebühren erhöhen

Chemnitz - Die Stadt Chemnitz plant, die Müllgebühren 2022 deutlich zu erhöhen. "Es werden Anpassungen in nahezu allen Bestandteilen der Abfallgebühr erforderlich", so Ordnungsbürgermeister Miko Runkel (60, parteilos).

Ordnungsbürgermeister Miko Runkel (60, parteilos) erklärt die Gebührensteigerung unter anderem durch die Entwicklung am Rohstoffmarkt.
Ordnungsbürgermeister Miko Runkel (60, parteilos) erklärt die Gebührensteigerung unter anderem durch die Entwicklung am Rohstoffmarkt.  © Maik Börner

Wenn der Stadtrat zustimmt, soll die Grundgebühr auf 43,92 Euro pro Haushalt und Jahr steigen (bisher 32,16 Euro), die Abholung des Restmülls nun 16,50 Euro pro Kubikmeter und Woche (bisher 12 Euro) und die des Bioabfalls 8,66 Euro pro Kubikmeter und Woche (bisher 6,75 Euro) kosten.

Die 80-Liter-Restmülltonne würde somit jährlich 34,32 Euro kosten (bei zweiwöchiger Abholung). Die wöchentliche Leerung des Biomülls: 36,03 Euro pro Jahr.

Runkel begründet die höchste Kostensteigerung seit zwölf Jahren durch negative "Entwicklungen am Rohstoffmarkt" und fehlende Rücklagen. Diese wurden in den vergangenen Jahren zum Ausgleich genutzt, um die Gebühren stabil zu halten.

Chemnitz: Tourneen abgesagt oder verschoben: Chemnitzer Stadthalle in der G-Regel-Falle
Chemnitz Lokal Tourneen abgesagt oder verschoben: Chemnitzer Stadthalle in der G-Regel-Falle

Ein Kostenpunkt fehlt laut Stadtrat Nico Köhler (45, AfD) in der Beschlussvorlage jedoch: der 110 Kilometer lange Transport von der Aufbereitungsanlage im Weißen Weg bis ins südliche Sachsen-Anhalt nach Zorbau.

"Seit Jahren wehren sich die Grünen und Linken gegen eine ortsnahe Müllverbrennung", kritisiert er. Dass stattdessen Lastentransporte mehr als 200 Kilometer zurücklegen müssen, um den Müll an anderer Stelle verbrennen zu lassen, "dafür müssen die Chemnitzer jetzt tiefer in die Tasche greifen".

AfD-Stadtrat Nico Köhler (45) kritisiert: Wenn der Müll schon verbrannt wird, kann das auch vor Ort geschehen.
AfD-Stadtrat Nico Köhler (45) kritisiert: Wenn der Müll schon verbrannt wird, kann das auch vor Ort geschehen.  © Ralph Kunz
Die Deponie in der Straße Weißer Weg in Chemnitz: Von hier aus wird der Müll bis ins südliche Sachsen-Anhalt gekarrt.
Die Deponie in der Straße Weißer Weg in Chemnitz: Von hier aus wird der Müll bis ins südliche Sachsen-Anhalt gekarrt.  © Ralph Kunz
Das Abholen des Restmülls soll in Zukunft deutlich teurer werden.
Das Abholen des Restmülls soll in Zukunft deutlich teurer werden.  © Uwe Meinhold

Grünen-Stadtrat Bernhard Herrmann (55) entgegnet: "Wir müssen Müll sortieren, verwerten und damit Geld verdienen, statt die Abfälle in den Ofen zu stecken."

Titelfoto: Uwe Meinhold, Maik Börner

Mehr zum Thema Chemnitz Lokal: