Nach 16 Jahren: Chemnitz erhält wieder Anschluss an Fernverkehr

Chemnitz/Berlin - Lange wurde gerungen, nun steht der (Fahr-)Plan: Die Deutsche Bahn wird ab Juni zwischen Chemnitz und Berlin mehrere Fernverkehrs-Leistungen anbieten, mit denen Fahrgäste ohne Umstieg in die Hauptstadt der Bundesrepublik gelangen. Damit erhält Chemnitz wieder Anschluss an das Fernbahn-Netz, nachdem im Jahr 2006 die letzten Fernzüge die Stadt verlassen hatten.

OB Sven Schulze (50, SPD) und Stefanie Berk (54) von DB-Fernverkehr bei der großen Fernverkehrs-Vorstellung im Chemnitzer Hauptbahnhof.
OB Sven Schulze (50, SPD) und Stefanie Berk (54) von DB-Fernverkehr bei der großen Fernverkehrs-Vorstellung im Chemnitzer Hauptbahnhof.  © Sven Gleisberg

"Es ist unvorstellbar, dass Chemnitz seit 16 Jahren von der Fernbahn-Landkarte ausradiert war. Mein Sohn ist 16 Jahre alt - er hat hier somit noch nie den Fernverkehr erlebt", sagt OB Sven Schulze (50, SPD), für den die Vorstellung der neuen Verbindung daher eine besondere Freude war.

Zweimal täglich werden die Doppelstock-Intercity am Vormittag (Abfahrt 6.26 Uhr, 8.26 Uhr) von Chemnitz über Dresden sowie Berlin nach Warnemünde fahren und am Nachmittag in die Kulturhauptstadt (Ankunft 19.30 Uhr, 21.30 Uhr) zurückkehren.

"Die Züge besitzen mehrere Cafés, Steckdosen, kostenfreies WLAN, Fahrradstellplätze sowie Kleinkindbereiche", ergänzt Stefanie Berk (54) vom DB-Fernverkehr-Marketing.

Schicke Sitze und breite Tische: Das Innere des Intercity-Doppelstockzuges, der die Chemnitzer ab Juni nach Berlin bringt.
Schicke Sitze und breite Tische: Das Innere des Intercity-Doppelstockzuges, der die Chemnitzer ab Juni nach Berlin bringt.  © Sven Gleisberg
Auch für Fahrräder ist im Intercity genügend Platz.
Auch für Fahrräder ist im Intercity genügend Platz.  © Sven Gleisberg
Nach 16 Jahren bekommt der Chemnitzer Hauptbahnhof endlich wieder eine Fernverkehrsanbindung.
Nach 16 Jahren bekommt der Chemnitzer Hauptbahnhof endlich wieder eine Fernverkehrsanbindung.  © Sven Gleisberg

Bis 2028 ist der Fernverkehr nun gesichert

Auf der neuen Verbindung Chemnitz-Berlin kommen ab Juni vierteilige Intercity-Züge der Marke "Stadler KISS" zum Einsatz, die insgesamt 295 Sitzplätze bieten.
Auf der neuen Verbindung Chemnitz-Berlin kommen ab Juni vierteilige Intercity-Züge der Marke "Stadler KISS" zum Einsatz, die insgesamt 295 Sitzplätze bieten.  © VMS/Ester

Die ab dem 12. Juni eingesetzten Fahrzeuge benötigen bis Berlin ungefähr drei Stunden. Auf dem Streckenabschnitt Chemnitz-Dresden können sie auch mit Nahverkehrsfahrkarten genutzt werden.

Durch den Fahrtverlauf über die Landeshauptstadt sind die Züge etwas länger unterwegs, als über die ebenfalls im Gespräch gewesene Strecke Döbeln/Riesa - diese hätte beispielsweise von der Mitteldeutschen Regiobahn genutzt werden können.

Das Unternehmen sei jedoch bei der Ausschreibung ausgeschieden, da es im Gegensatz zur DB "kein wirtschaftliches Angebot gemacht habe", wie VMS-Geschäftsführer Mathias Korda (43) erklärt.

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Bis 2028 ist der Fernverkehr für die Region nun gesichert - Korda weiter: "Durch vertragliche Regelungen können Fahrgäste bis dahin mit den Fernzügen rechnen."

Titelfoto: VMS/Ester, Sven Gleisberg

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