Nach Rückkehr in Präsenz-Unterricht: Corona-Inzidenz bei Schülern ist um ein Vielfaches erhöht

Chemnitz - Die Corona-Zahlen steigen seit Tagen wieder an. Besonders betroffen sind die Kleinsten. Laut Robert Koch-Institut ist die Inzidenz bei Chemnitzer Kindern um ein Vielfaches höher als bei den Erwachsenen. Zudem bleiben offenbar zahlreiche Infektionen bei den Jüngsten unentdeckt.

Ein Schüler macht einen Corona-Test. (Symbolfoto)
Ein Schüler macht einen Corona-Test. (Symbolfoto)  © Christian Charisius/dpa

Die 7-Tage-Inzidenz lag in Chemnitz in der vergangenen Kalenderwoche insgesamt bei rund 20 (gestern 35,6). Doch ein Blick auf die Altersverteilung zeigt krasse Unterschiede.

So gab es den höchsten Inzidenz-Wert bei den 15 bis 19-Jährigen: rund 176 - fast neunmal so hoch wie im Chemnitz-Durchschnitt! Auch bei den 5 bis 9-Jährigen (80) und den 10 bis 14-Jährigen (164) waren die Inzidenzen viel höher. Zum Vergleich: Bei Frauen und Männern über 60 lag der Wert nur bei 11.

"Das viele Testen in den Schulen bringt die Zahlen hoch", vermutet Kreiselternrat Thomas Brewig (53). Das sächsische Kultusministerium sagt jedoch: "Die Infektionsraten bei Schülerinnen und Schülern fallen nach den Sommerferien sehr gering aus." Unter sachsenweit über einer Million durchgeführten Tests seien nur 219 positive Ergebnisse gewesen und die Infektionen meist von außen in die Einrichtungen eingetragen worden.

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Laut Stadtsprecher Matthias Nowak (52) wurden in Chemnitz vergangene Woche 14 Mädchen und Jungen in acht Schulen positiv getestet. Aktuell sind zudem vier Kitas betroffen. Schwere Verläufe scheint es kaum zu geben.

Die Chemnitzer Kinderärztin Cornelia Haupt (63) sagt: "Seit Schuljahresbeginn hatten wir keinen einzigen Corona-Fall in unserer Praxis. Ich denke, viele Kinder kommen nicht, weil sie keine Symptome haben."

Laut TAG24-Informationen ist auch die Freie Kita "Montessori Kinderhaus" aktuell von Corona betroffen.
Laut TAG24-Informationen ist auch die Freie Kita "Montessori Kinderhaus" aktuell von Corona betroffen.  © privat
Kinderärztin Cornelia Haupt (63) hatte in ihrer Praxis seit dem Ende der Sommerferien keinen einzigen Corona-Fall.
Kinderärztin Cornelia Haupt (63) hatte in ihrer Praxis seit dem Ende der Sommerferien keinen einzigen Corona-Fall.  © Kristin Schmidt
Kreiselternrat Thomas Brewig (59) hofft, dass der Präsenzunterricht in Schulen bleibt.
Kreiselternrat Thomas Brewig (59) hofft, dass der Präsenzunterricht in Schulen bleibt.  © Uwe Meinhold

Kreiselternrat Thomas Brewig hofft angesichts der hohen Infektionszahlen bei den zumeist ungeimpften Schülern nur eines: "Der Präsenzunterricht soll so lang beibehalten werden wie möglich."

Titelfoto: Bildmontage: Peter Knebel/dpa, Uwe Meinhold, Kristin Schmidt

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