Neues 2G-Modell für Sachsen: Was sagen eigentlich die Wirte?

Dresden/Chemnitz - Stehen Ungeimpfte im Freistaat bald vor verschlossenen Türen? Die Landesregierung will die Entscheidung den Gastronomen überlassen, hat also die Verantwortung quasi abgeschoben. Die Wirte halten größtenteils wenig von der geplanten 2G-Option, die den Zutritt auf Geimpfte und Genesene beschränken soll.

Ab dem 23. September sollen Gastronomen und Veranstalter die 2G-Option wählen können.
Ab dem 23. September sollen Gastronomen und Veranstalter die 2G-Option wählen können.  © imago images/Bihlmayerfotografie

Mit der neuen Corona-Verordnung, die am 23. September in Kraft tritt, soll ein freiwilliges 2G-Modell kommen (TAG24 berichtete). Das heißt: Wenn Gastronomen am gewohnten 3G-Modell festhalten (Zutritt für Geimpfte, Genese und Getestete), gilt bei ihnen weiter Maskenpflicht und Abstandsgebot. Wenn sie zum 2G-Modell übergehen (nur noch Zutritt für Geimpfte und Genesene), könnten sie dann auf die Maßnahmen verzichten.

Für das Restaurant "Köhlerhütte" im Erzgebirge kommt das neue Modell gar nicht infrage. "Wenn man nur noch 2G zulässt, ist es ein Impfzwang durch die Hintertür", sagt Inhaber Heiko Schmidt (55). Gerade im Erzgebirge gebe es viele Ungeimpfte. "Denen wollen wir nicht die Tür verschließen." Auch der Dresdner Wirt René Kuhnt (52, Kulturwirtschaft, T1) hält nichts von 2G: "Da könnte ich zumachen."

Denn dann würden die Familien als Kundschaft ausbleiben, da auch 12- bis 17-Jährige nur noch mit Impf- oder Genesungs-Nachweis reindürften.

"Köhlerhütte"-Chef Heiko Schmidt (55) hält nichts vom 2G-Modell.
"Köhlerhütte"-Chef Heiko Schmidt (55) hält nichts vom 2G-Modell.  © Uwe Meinhold
Herzhaftes Essen, gemütliches Beisammensein: Das soll es im Restaurant "Köhlerhütte" im Erzgebirge weiterhin für alle geben.
Herzhaftes Essen, gemütliches Beisammensein: Das soll es im Restaurant "Köhlerhütte" im Erzgebirge weiterhin für alle geben.  © Uwe Meinhold
Wirt René Kuhnt (52) will in seiner Dresdner "Kulturwirtschaft" weiterhin auch Negativ-Getestete willkommen heißen.
Wirt René Kuhnt (52) will in seiner Dresdner "Kulturwirtschaft" weiterhin auch Negativ-Getestete willkommen heißen.  © Ove Landgraf

"Der Shitstorm ist vorprogrammiert", so André Gruhle

Der Chemnitzer Großgastronom André Gruhle (47, Miramar, Pelzmühle, Fasskeller, Hans im Glück) ist skeptisch: "Die Gäste werden immer mehr verunsichert, weil sie dann nicht wissen, welche Regel in welchem Restaurant gilt." Er befürchtet, dass viele aus Verunsicherung zu Hause bleiben würden. Kai Reiße (36) vom Berghotel Bastei in der Sächsischen Schweiz ist noch unentschlossen. "Wir können es nur verkehrt machen", sagt er. Egal, ob er sich für 3G oder 2G entscheide - einen Teil der Gäste würde er immer verärgern. "Der Shitstorm ist vorprogrammiert."

Er wünscht sich daher eine bundesweit einheitliche Regelung.

Der Chemnitzer Multi-Gastronom André Gruhle (47) fürchtet einen Flickenteppich aus 2G- und 3G-Regelungen.
Der Chemnitzer Multi-Gastronom André Gruhle (47) fürchtet einen Flickenteppich aus 2G- und 3G-Regelungen.  © Uwe Meinhold

Der Dresdner Club "Lobo" freut sich

Amine Ait Lachgar (38), Chef des Dresdner Clubs "Lobo", freut sich auf das Feiern wie in alten Zeiten.
Amine Ait Lachgar (38), Chef des Dresdner Clubs "Lobo", freut sich auf das Feiern wie in alten Zeiten.  © Petra Hornig

Zumindest der Dresdner Club "Lobo" freut sich auf das maskenfreie Feiern mit 2G-Modell:

"Es wäre cool, die Normalität wiederzuhaben", sagt Club-Chef Amine Ait Lachgar (38). Seiner Einschätzung nach wird es künftig ohnehin wenig Interesse am 3G-Modell geben, das auch Negativ-Getesteten den Zutritt gewährt.

Denn ab 11. Oktober gibt es in Deutschland keine kostenlosen Tests mehr.

Titelfoto: Uwe Meinhold

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