Obwohl sie nicht öffnen dürfen: Chemnitzer Innenstadt-Gastronomen starten in Freiluft-Saison

Chemnitz - Sonnenschirme wurden aufgespannt, Stühle und Tische vor die Lokale gestellt, Passanten drehten neugierig die Köpfe. An allen Ecken und Enden bauten Chemnitzer Gastronomen in der Innenstadt am Dienstag ihre Außenbewirtung auf.

André Donath (56), Betreiber des Turm-Brauhauses, hat 350 Sitzplätze in seinem Außenbereich geschaffen.
André Donath (56), Betreiber des Turm-Brauhauses, hat 350 Sitzplätze in seinem Außenbereich geschaffen.  © Kristin Schmidt

"Wir wollten uns schon mal vorbereiten", so Cortina-Geschäftsführer Erich Serci (45). Es ist dieselbe Antwort wie bei den anderen Gastronomen, die am Dienstag ihren Freisitz-Bereich flottmachten.

Auch Turmbrauhaus-Besitzer André Donath (56) hat für 350 Sitzplätze gesorgt: "Wir haben genug Platz und können die Abstände einhalten", sagte der 56-Jährige, selbst Corona-Genesener, der gerne wieder Gäste bewirten würde.

Erst vor wenigen Tagen musste er 7500 Liter seines selbstgebrauten Bieres wegschütten.

"Wir sind bereit", erklärte auch Gernot Roßner (49), Besitzer des Brazil. Er stuhlte im Außenbereich bereits vor zwei Wochen mit 140 Sitzplätzen auf.

"Aber wir brauchen eine planbare Öffnungsperspektive, damit es sich überhaupt lohnt, aufzumachen."

Cortina-Geschäftsführer Erich Serci (45) und Mitarbeiterin Janine Horniak verkaufen auch ohne Außenbewirtung wieder Eis - durchs Fenster.
Cortina-Geschäftsführer Erich Serci (45) und Mitarbeiterin Janine Horniak verkaufen auch ohne Außenbewirtung wieder Eis - durchs Fenster.  © Maik Börner
Brazil-Betreiber Gernot Roßner (49) stuhlte schon vor zwei Wochen auf.
Brazil-Betreiber Gernot Roßner (49) stuhlte schon vor zwei Wochen auf.  © Kristin Schmidt

Ernüchterung! Neue Corona-Schutz-Verordnung enthält keine Regelungen für Gastronomie-Betriebe

Doch statt eine Öffnungsperspektive folgte am Nachmittag die Ernüchterung. Zwar sieht die neue Corona-Schutzverordnung Öffnungen unabhängig von der Wocheninzidenz vor, aber von der Gastronomie ist keine Rede: "Die novellierte Corona-Schutzverordnung läuft auf eine Mogelpackung hinaus", kritisierte umgehend die IHK Chemnitz.

"Bereits nächste Woche werden die 1300 Covid-Patienten höchstwahrscheinlich gerissen", so IHK-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Wunderlich (66) zur Krankenhaus-Auslastung in Sachsen, die jetzt als Grenzmarke für erneute Verschärfungen gilt.

Titelfoto: Kristin Schmidt

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