#rumgefragt: Diese kuriosen Fragen stellt die Stadt Chemnitz Euch jetzt

Chemnitz - Wie viel wiegt eigentlich der Karl-Marx-Kopf? Na, wisst Ihr's? Stolze 40 Tonnen! Diese und weitere Fragen stellt die Pressestelle der Stadt Chemnitzer Passanten. Das Ganze läuft unter dem Hashtag #rumgefragt: Mit dem Format startet die Verwaltung auf der Plattform Instagram durch.

Redakteur Philipp Köhler befragt aktuell Chemnitzer Bürger für ein neues Social-Media-Format auf Instagram.
Redakteur Philipp Köhler befragt aktuell Chemnitzer Bürger für ein neues Social-Media-Format auf Instagram.  © Sven Gleisberg

Social-Media-Redakteur Philipp Köhler tingelt dabei mit Smartphone, Stativ und Mikrofon durch die Stadt und stellt Schätzfragen wie die obige.

Im TAG24-Interview erklärt der Mitarbeiter der städtischen Pressestelle, wie es zu der Idee kam, was der Mehrwert für Bürger ist und welche Erfahrungen er bei seinen Befragungen im Zentrum macht.

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TAG24: Die Stadt fährt stetig Ihre Präsenz auf Social Media hoch - wo siehst Du hier den Mehrwert für die Bürger?

Philipp Köhler: Der Mehrwert ist, dass wir als Pressestelle insgesamt mehr Menschen erreichen können, als auf dem klassischen Wege. Dies betrifft Jüngere ebenso wie Ältere. Langfristig soll der Auftritt der Stadt in den Sozialen Medien ausgebaut, nicht aber die klassischen Kommunikationswege verdrängen, sondern eher sinnvoll ergänzen. Und die Mehrheit hat heute ein mobiles Endgerät, da erscheint es nur logisch, regelmäßig, tagesaktuell und bewegt zu informieren. Zeitgemäß eben.

TAG24: Wie kam es zu #rumgefragt?

Philipp Köhler: Als ich im Mai angefangen habe, bei der Stadt als Social Media Redakteur zu arbeiten, wollten wir als Team Formate schaffen, die Beteiligungsprozesse ermöglichen, aber auch Mitsprache einräumen, die einfach, verspielt, verständlich, technisch aktuell, bürgernah sein sollten. Und was ließe sich hierfür besser nutzen, wenn nicht Social Media?

Die Patenschaften für Informationsstelen waren die Initialzündung, woraus sich dann schließlich #rumgefragt ergab. Etwas Omnipräsentes wie der Nischel, reduziert auf eine einfache Frage. Nach dem Motto: Ich laufe ständig daran vorbei, aber was weiß ich darüber überhaupt bzw. kann ich längerfristig davon mitnehmen? Für alle, zum Mitmachen und mit einer Information, die spielerisch hängen bleibt.

Weitere Social Media-Pläne der Stadt Chemnitz: Bürger dürfen bald selbst Fragen stellen

Hier wird gerade Vasilii Fedorov (32) befragt. Der 32-Jährige wohnt seit 2013 in Chemnitz.
Hier wird gerade Vasilii Fedorov (32) befragt. Der 32-Jährige wohnt seit 2013 in Chemnitz.  © Sven Gleisberg

TAG24: Wie sind hier die weiteren Pläne?

Philipp Köhler: #rumgefragt soll in dieser Form regelmäßig (alle zwei Wochen) fortgesetzt werden. Stelle ich dabei stellvertretend für die Pressestelle Fragen an Bürger:innen, wird sich dies bei dem Schwesternformat #nachgefragt (ab voraussichtlich September) umkehren: Nun fragen die Bürger:innen selbst. Nicht mich, sondern nach Aufruf u.a. Politiker:innen und Persönlichkeiten der Stadt über Instagram, mit einem Ableger für Facebook. Es ist aber noch wesentlich mehr in Planung!

TAG24: Und welche Pläne bestehen zu weiteren Formaten wie #MacherderWoche? Sind auch Beiträge auf TikTok, Snapchat und Co. angedacht?

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Philipp Köhler: Perspektivisch über TikTok und Co. nachzudenken, kann nicht verkehrt sein, kommt aber natürlich immer auf Zielgruppe und Community an. Jede Plattform braucht entsprechend zugeschnittene Formate, dies wiederum bedingt mehr Content. Wir verschließen uns dem als Team keinesfalls und werden zukünftig, so wie wir Formate bei Insta und Co. ausprobieren, natürlich auch hier experimentieren. Das Macher-der-Woche-Interview wird einen bewegten Ableger bekommen.

TAG24: Mit welchem Equipment bist Du unterwegs? Was ist Dir bei der Erstellung der Beiträge wichtig?

Philipp Köhler: Da halte ich es sehr einfach: Smartphone, kleines Richtmikrofon und optional noch Gimbal oder Kunstlicht. Alles mit dem Fokus auf Mobilität und Usability. Von einer Bearbeitung sehe bei diesen Formaten weitgehend ab. Nur da, wo es notwendig ist. Und am wichtigsten: Kaum jemand schaut auf Social Media noch Beiträge, die fünf oder gar zehn Minuten lang sind. Es muss auf den Punkt und einprägsam sein.

Social-Media-Redakteur Köhler: "Viele Menschen, die ich anspreche, sind erst einmal skeptisch"

TAG24: Welches Feedback bekommst Du auf der Straße?

Philipp Köhler: Viele Menschen, die ich anspreche, sind erst einmal skeptisch: Da kommt ein Typ auf sie zu und will etwas fragen, und zu allem Überfluss auch noch dabei filmen. Da ist die typische Abwehrreaktion a la "Ich muss zur Arbeit.", "Ich habe leider einen Termin" oder "Danke, kein Interesse" nicht weit. Und mal ehrlich: Wem würde es nicht so gehen? Der Eisbrecher ist dann oft das Thema selbst: Denn viele, die sich in der Stadt bewegen, interessieren sich halt auch dafür. Kurzum: das Feedback analog ist oft von Skepsis geprägt, aber durchweg freundlich.

Digital hat unsere erste Online-Umfrage eine Zustimmung von 96 Prozent ergeben (bei rund 3000 Teilnehmer:innen). Recht eindeutig, würde ich sagen.

TAG24: Wie kann man Pate für Informationsstelen werden?

Philipp Köhler: Wer Interesse daran hat Patin oder Pate einer Informationsstele zu werden, kann sich beim Bürgerbüro der Stadt per Mail buergerbuero@stadt-chemnitz.de oder telefonisch unter 0371/4881512 gern melden.

Mehr Hintergrundinfos gibt es auf chemnitz.de.

Titelfoto: Sven Gleisberg

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