Immer mehr Chemnitzer schwänzen die Zweitimpfung

Chemnitz - Keine Lust auf die Corona-Zweitimpfung? 1386 Chemnitzer ließen sie laut dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) bislang sausen. Das sind knapp 11 Prozent der Erstgeimpften des Impfzentrums in der Richard-Hartmann-Halle. Der Verband ist besorgt, zumal dem Freistaat im Juli ein Impfstoff-Engpass droht. Auch Corona-Tests - nötig für Auslandsreisen - gingen stark zurück.

Sportlich: Das DRK-Impfzentrum befindet sich in der Richard-Hartmann-Halle. Bis vor zwei Jahren war es Domizil der Bundesliga-Basketballer Niners Chemnitz.
Sportlich: Das DRK-Impfzentrum befindet sich in der Richard-Hartmann-Halle. Bis vor zwei Jahren war es Domizil der Bundesliga-Basketballer Niners Chemnitz.  © Uwe Meinhold

Schuld ist auch der Sommer.

"Wir haben im Rahmen unserer Stichprobe auch eine Umfrage durchgeführt. Dann kamen zum Zweitimpftermin-Ausfallenlassen auch Antworten wie 'im Garten war's schöner'", sagt Kai Kranich (39), Sprecher des DRK Sachsen.

Der Verband machte die Stichprobe im Impfzentrum Chemnitz vom 8. bis zum 20. Juni. Ergebnis: "Von 12.629 geplanten Zweitimpfterminen sind 11.243 Zweitimpfungen tatsächlich durchgeführt wurden", so Kranich weiter.

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Vor allem das umstrittene und derzeit nur an Menschen ab 40 verimpfbare AstraZeneca erhielten nur knapp 16 Prozent oder 2 737 der 17 314 damit Erstgeimpften.

Kai Kranich: "Diese große Differenz ergibt sich aus dem hier vorgesehenen Zeitabstand von 77 bis 84 Tagen."

Jüngere Impfwillige bekommen mRNA-Impfstoffe - am häufigsten Biontech, knapp dahinter Moderna. 86 Prozent oder 37 703 der mit Biontech Erstgeimpften (43 847) nahmen auch den Zweittermin mit.

Kai Kranich (39) ist Sprecher des DRK Sachsen.
Kai Kranich (39) ist Sprecher des DRK Sachsen.  © Petra Hornig
Hat nichts ausfallen lassen: Thomas Kull (63) holte sich am Freitag seinen zweiten Corona-Piks.
Hat nichts ausfallen lassen: Thomas Kull (63) holte sich am Freitag seinen zweiten Corona-Piks.  © Uwe Meinhold
Kaum noch was los, bietet aber reisetaugliche Tests: Manon Knaak (46) von der easyApotheke im Chemnitzer Zentrum.
Kaum noch was los, bietet aber reisetaugliche Tests: Manon Knaak (46) von der easyApotheke im Chemnitzer Zentrum.  © Kristin Schmidt
Mächtig was los: Vor dem Wolkenbruch am Freitagnachmittag gab es vor dem Chemnitzer Impfzentrum sogar eine Schlange.
Mächtig was los: Vor dem Wolkenbruch am Freitagnachmittag gab es vor dem Chemnitzer Impfzentrum sogar eine Schlange.  © Uwe Meinhold

Werden im Juli weniger Impfdosen an Sachsen verteilt?

Corona-Spritze oder Sommergarten? Nicht allen Impfwilligen fiel die Entscheidung für den Piks leicht. (Symbolbild)
Corona-Spritze oder Sommergarten? Nicht allen Impfwilligen fiel die Entscheidung für den Piks leicht. (Symbolbild)  © picture alliance / dpa

Doch gerade der deutsche Corona-Bändiger Biontech (Handelsname: Comirnaty) wird bald weniger zur Verfügung stehen.

Während dieses Wochenende noch eine Lieferung mit 93.600 Impfdosen eingeht, will das Bundesgesundheitsministerium im Juli nur noch rund 52.650 Biontech-Dosen pro Woche an Sachsen verteilen. Fast die Hälfte weniger.

DRK-Mann Kranich appelliert daher an die individuelle Eigenverantwortung: "Wenn Sie den zweiten Impftermin nicht wahrnehmen können, stornieren oder verschieben Sie ihn bitte über die Hotline 0800/0899-089."

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Auch die Corona-Testbereitschaft ist gesunken - allerdings hoben die letzten Lockerungen Test-Nachweise oft auf.

"Auch bei uns lässt sie sukzessive nach", sagt Manon Knaak (46), Inhaberin der Chemnitzer easyApotheke in der Straße der Nationen 12.

Sie betreibt vor Ihrem Geschäft einen Testcontainer, wo auch reisetaugliche Digital-Zertifikate für die Corona-Warn-App sowie (kostenpflichtige) PCR-Tests erstellt werden können.

Titelfoto: Uwe Meinhold

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